12.08.2017 18:50 | Lukasz Galkowski

Adlerauge: Souverän, aber noch nicht stabil

Wo steht denn die Eintracht eine Woche vor dem Bundesligastart? Das DFB-Pokal-Spiel beim Regionalligisten TuS Erndtebrück lässt noch einige Fragen offen. Ein Kommentar.

Rote Karte für David Abraham.
Rote Karte für David Abraham. Bild: Marc Schüler (Marc Schueler)

Am Ende steht ein souveräner Sieg. Die Eintracht dominierte beim TuS Erndtebrück zwar nicht so, wie man es von einem Bundesligisten gegen einen drei Ligen tiefer spielenden Club erwartet hätte, ließ aber trotz Unterzahl keine Zweifel daran aufkommen, wer das Ticket für die zweite Runde lösen würde.

Ganz frei von Sorgen können die Eintracht-Fans dem Bundesligaauftakt dennoch nicht entgegenblicken. In der Defensive ist noch viel Luft nach oben, die Abwehrreihe machte zum Teil einen wackeligen Eindruck. Die Ballverluste beim Spielaufbau in der eigenen Hälfte häuften sich bereits in der vergangenen Runde, heute führte der zweite Bock zum berechtigten Platzverweis für David Abraham. Hier muss dringend nachgebessert werden. In der Bundesliga würde eine 70-minütige Unterzahl fast einem Todesurteil gleichen. Wenn der Viertligist zu Chancen kam, dann meistens durch eigene Fehler der Eintracht, wie beispielsweise nach dem Ausrutscher von Timothy Chandler in der zweite Hälfte. Kein Wunder, dass Niko Kovac noch nach einem Innenverteidiger Ausschau hält.

Über die Offensivkraft der Eintracht lässt sich noch nicht abschließend urteilen. Sebastian Haller machte in Siegen einen sehr guten Eindruck, war bei allen drei Toren der Frankfurter beteiligt. Doch ein Gradmesser ist die Defensive eines Viertligisten mit Sicherheit nicht. Zumal die Frankfurter vor allem in der ersten Hälfte sehr fahrlässig mit ihren Chancen umgingen. Ohne Marco Fabian fehlte im Mittelfeld zudem der kreative Part. Hier braucht es noch einen adäquaten Ersatz für den Mexikaner auf der „10“.



Zum Glück hat die Eintracht in Niko Kovac einen Trainer, der den Überblick behält. Die Taktik nach der Pause konnte zunächst überraschen, es ist schließlich auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar, warum sich ein Bundesligist gegen einen Regionalligisten zurückziehen sollte. Doch die Rechnung ging vollkommen auf. Mehr musste die Eintracht heute nicht tun. (lg)


 

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