14.05.2017 15:54 |

Eintracht Frankfurt: Debakel in Mainz: Eintracht vor Pokalfinale im Dauertief

Mainz Der erste Titel seit 29 Jahren winkt, doch ausgerechnet jetzt ist die Eintracht so gar nicht mehr konkurrenzfähig. In Mainz genügt ein Gegentor, um komplett einzubrechen. Die Pfiffe der aufgebrachten Fans können auch die Spieler nachvollziehen.

Mit dem Kopf schon in Berlin? Bei der Sache waren die Adler ganz und gar nicht, als sie am Samstag (13.05.) in Mainz ihre 2:0-Führung verspielten.
Mit dem Kopf schon in Berlin? Bei der Sache waren die Adler ganz und gar nicht, als sie am Samstag (13.05.) in Mainz ihre 2:0-Führung verspielten. Bild: Jan Huebner

Zwei Wochen vor dem Saison-Highlight in Berlin ist die Stimmung bei Eintracht Frankfurt auf dem Tiefpunkt. Nach der dritten Niederlage in Serie und einem 30-minütigen Blackout beim 2:4 (1:0) nach 2:0-Führung im Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 stellt sich bei der Eintracht die ernste Frage: Kann ein derart aus dem Tritt geratenes Team in nur wenigen Tagen noch einmal so in Schwung kommen, dass es im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund eine ernsthafte Titelchance hat? Derzeit wirkt die SGE selbst in vielen Bundesliga-Partien gegen deutlich schwächere Gegner als den BVB nur wie ein harmloser und völlig überforderter Sparringspartner.

«Natürlich fehlt bei uns noch etwas», stellte Niko Kovac fest. Der Trainer muss vor dem möglichen ersten Titelgewinn seit 29 Jahren eine extrem schwierige Situation moderieren. Nach einer Hinrunde, in der quasi alles für die Hessen lief, ist seiner Elf nahezu alles abhanden gekommen. Verletzungsmisere, Pech und ein andauerendes Formtief zentraler Akteure machen die Eintracht zur schlechtesten Mannschaft der Rückrunde. «Gegen Wolfsburg war es 90 Minuten schlecht. Diesmal war es nur 30 Minuten schlecht. Es war eine Steigerung, mehr aber auch nicht», kommentierte Kovac am Samstag.

Knapp 14 Tage vor dem großen Endspiel gegen die Borussia werden die Alarmsignale bei der Eintracht immer lauter. «Wir spielen einfach eine schlechte Rückrunde. Wir haben viele Verletzte und wir haben keinen großen Kader mehr, aber das sind alles Ausreden», sagte Keeper Lukas Hradecky in gewohnt deutlichem Ausdruck.

Die beiden eigenen Tore von Branimir Hrgota und Haris Seferovic waren für den Finnen «Zufall», die Wende durch Treffer der Mainzer Jhon Cordoba, Stefan  Bell, Yoshinori Muto und Pablo De Blasis dafür umso mehr Sinnbild. «Wir kriegen vier Tore in 30 Minuten – das ist unmöglich. Natürlich kann ich die Fans verstehen. Ich würde auch pfeifen, wenn ich das mit ansehen würde», sagte Hradecky.

Mit der siebten Auswärts-Niederlage in Serie sind die Hoffnungen auf Europa - zumindest über die Liga - auch rechnerisch nicht mehr vorhanden. Und das, obwohl die Eintracht lange Zeit stabil in den internationalen Rängen stand und das erste Halbjahr mit starken 29 Punkten abschloss. Für Torschütze Seferovic liegt das auch an der  Einstellung. «Bei uns muss sich jeder an die eigene Nase packen und fragen, ob er 100 Prozent gibt», sagte der Stürmer. 

Das direkte Ticket für die Europa League und der goldene Pokal können beim Endspiel in Berlin am 27. Mai noch immer für eine Krönung einer in Teilen furiosen Saison sorgen.

Allein der Glaube daran scheint derzeit zu fehlen. «Wir müssen jetzt alle Kräfte für das Pokalfinale bündeln», forderte Führungsspieler Hradecky.

Immerhin: Aus dem prall gefüllten Lazarett könnten mit Marc Stendera, Alexander Meier, Andersson Ordóñez, Jesus Vallejo und Langzeitausfall Slobodan Medojevic bis zum Spiel gegen Dortmund einige Verletzte wieder zur Verfügung stehen. Und: Während die Bundesliga-Saison für Frankfurt gelaufen ist und Coach Kovac Spieler schonen und gezielt auf Berlin vorbereiten kann, muss der BVB in der Liga bis zuletzt in die Vollen, um die direkte Qualifikation für die Champions League gegen Rivale 1899 Hoffenheim abzusichern.

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