11.08.2017 16:05 |

Eintracht Frankfurt: Baustelle Eintracht: Hradecky-Vertrag fast fix, Fabian-Ersatz gesucht

Am Samstag beginnt für Eintracht Frankfurt die neue Saison. Der erste Gegner ist ein Viertligist im DFB-Pokal. Bis sich die neue Mannschaft gefunden hat, wird es aber wohl noch länger dauern.

Wie stark ist Eintracht Frankfurt wirklich? Selbst vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal beim Regionalligisten TuS Erndtebrück am Samstag (15.30 Uhr/Sky) weiß darauf niemand eine seriöse Antwort. Sechs Wochen Vorbereitung sind vorbei, neun neue Spieler wurden verpflichtet - aber gleich zu Beginn der neuen Saison plagen den Verein schon wieder ähnliche Probleme wie in der alten. Wichtige Spieler sind verletzt, der Kader bleibt eine Baustelle. Auf der einen Seite steht die Eintracht kurz vor einer Vertragsverlängerung mit ihrem Torwart Lukas Hradecky. Auf der anderen macht sie sich schon wieder Gedanken über einen Ersatz für die verletzte Kreativkraft Marco Fabian.



«Es ist nicht einfach, ganz klar. Durch den Umbruch muss man immer wieder von vorne anfangen», sagte Trainer Niko Kovac am Freitag. Aber er sei «trotzdem optimistisch», betonte er. «Ich bin der Meinung, dass wir auch Qualität hinzubekommen haben. Wir haben gute Fußballer an Land gezogen.» Bei jungen Spielern wie Mijat Gacinovic oder Max Besuschkow habe man «in den vergangenen Monaten einen Reifeprozess gesehen. Ich bin mit allen meinen Spielern zufrieden.»

Mit allen Spielern, die zur Verfügung stehen, muss man wohl einschränkend sagen. Denn am Samstag in Erndtebrück fehlt den Frankfurtern wie auch zum Bundesliga-Start beim SC Freiburg eine komplette Achse: Neuzugang Carlos Salcedo, Abräumer Omar Mascarell, Spielmacher Fabian und Torjäger Alexander Meier. Ob die Eintracht mit ihnen spielt oder ohne sie, macht einen großen Qualitäts-Unterschied. Der mexikanische Abwehrspieler Salcedo ist der einzige, bei dem ein zeitnahes Comeback nach seiner Schulter-Operation in Aussicht steht.

Sein Landsmann Fabian wird wohl erst in zwei Monaten wieder zur Verfügung stehen. Auch deshalb sagte Kovac am Freitag: «Wir gucken, wir schauen uns um. Wir wissen, dass wir in dem Bereich noch etwas machen können oder müssen.»

Neben einem Innenverteidiger sucht die Eintracht nun also auch noch eine weitere Ergänzung für das offensive Mittelfeld - auch wenn der Kader inklusive Nachwuchskräften bereits aus 34 Spielern besteht. «Das hängt von verschiedenen Faktoren ab: Was kostet ein Spieler? Ist er verfügbar? Da müssen wir gut selektieren», sagte Kovac. «Aber wir haben ja noch etwas Zeit.» Die Transferfrist endet am 31. August.

In dem monatelangen Vertragspoker mit Lukas Hradecky scheint dagegen endlich ein Durchbruch gelungen zu sein. Medienberichten zufolge haben sich Verein und Torwart auf einen neuen Dreijahresvertrag geeinigt. Unterschrieben ist dieser jedoch noch nicht.

«Ich bin davon überzeugt, dass er bleiben und unterschreiben wird», sagte Kovac. «Ich weiß aber nur, dass Bruno Hübner und Fredi Bobic harte Gespräche hinter sich haben und dass sie wirklich alles getan haben. Dementsprechend liegt der Ball jetzt bei Lukas und seinem Vater.» Hradeckys Vertrag mit der Eintracht läuft 2018 aus. Der finnische Nationalspieler möchte gerne in Frankfurt bleiben, in Zukunft aber auch deutlich mehr Geld verdienen als bisher. Erst in dieser Woche war deshalb wieder über einen Wechsel zum portugiesischen Meister Benfica Lissabon spekuliert worden.

Statt bei Benficas Auswärtsspiel in Chaves wird Hradecky aber an diesem Wochenende im Leimbachstadion von Siegen im Tor stehen. Dorthin hat TuS Erndtebrück sein Pokalspiel gegen die Eintracht verlegt. «Wir sind der Erstligist, wir sind der Favorit. Das will ich morgen auch im Ergebnis sehen», sagte Kovac. Wenigstens in dieser Hinsicht gibt es bei der Eintracht keine Zweifel.

(Sebastian Stiekel, dpa)

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