19.05.2017 14:30 | Von Christian Kunz, dpa

Bayern-Party mit großen Emotionen

München Vor seiner ersten Weißbierdusche will Carlo Ancelotti nicht flüchten. Er ist bereit für eine große Meisterparty am Tag des Karriereendes von Philipp Lahm. Für den nahenden Urlaub hat Ancelotti vor allem ein Vorhaben.

Bayern-Trainer Carlo Ancelotti will mit seinem Team auch das letzte Spiel der Saison gewinnen. Foto: Hendrik Schmidt
Bayern-Trainer Carlo Ancelotti will mit seinem Team auch das letzte Spiel der Saison gewinnen. Foto: Hendrik Schmidt

Meisterschale, Rathausbalkon - und ein Abschiedstag mit großen Emotionen. Zum Karriereende von Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm und Xabi Alonso will Rekordchampion FC Bayern München die rauschende Titelparty in rot-weiß mit einem Sieg gegen den SC Freiburg starten.

„Es ist das letzte Spiel von Alonso und Lahm. Wir wollen das letzte Spiel gewinnen. Es wird ein wichtiger Tag”, sagte der Trainer Carlo Ancelotti vor dem Samstag mit reichlich Gänsehaut-Momenten. „Ich bin sehr stolz, diese Spieler trainiert zu haben, und ein bisschen traurig”, gestand der Italiener.

In seinem ersten Jahr verpasste Ancelotti zwar den Coup in der Champions League und das Finale im DFB-Pokal, aber erstmals darf der 57-Jährige mit der „Salatschüssel” im deutschen Fußball bejubeln. Für die traditionelle Feier, bei der die Weißbierduschen natürlich nicht fehlen dürfen, fühlt sich Ancelotti bereit. „Aber ich habe ein Problem. Ich kann nicht weglaufen, weil mein Knie kaputt ist”, scherzte der Italiener, der seinen feierfreudigen Profis nicht die Rote Karte zeigen will. „Nein, nein. Alles ist erlaubt”, sagte Ancelotti - und lachte.

Die Gute-Laune-Bayern wollen sich vor ihrer Meisterehrung keinen Stimmungsdämpfer im Heimspiel gegen den Tabellensechsten erlauben. Zum fünften und letzten Mal wird Lahm die Schale im Konfettiregen als Kapitän in die Höhe stemmen, standesgemäß nach einem Sieg. „Ich hatte Zeit, den Abschluss zu genießen”, erklärte der 33-Jährige. Neben „Riesen-Vorfreude” habe er aber auch „ein bisschen Bammel”. Zusammen mit dem langjährigen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft werden vor dem Spiel auch der spanische Alles-Gewinner Xabi Alonso (35 Jahre) und Ersatztorhüter Tom Starke (36) verabschiedet.

Schon das Abschlusstraining sei „sehr emotional” gewesen, verriet Ancelotti, der seinem Kapitän im Freiburg-Spiel noch einmal die ganz große Bühne vor 75 000 Zuschauern geben wird. „Ich denke, ich werde ihn fünf Minuten vor dem Ende auswechseln, damit die Fans ihn feiern können”, sagte der Italiener. Philipp Lahm werde „immer unser Kapitän bleiben! Es war uns eine Ehre.”

Am Tag vor den Feierlichkeiten mit Blaskapellen und Böllerschützen mochte Ancelotti nicht groß über die Spekulationen des Wechsels von Schalke-Star Leon Goretzka zu den Münchnern sprechen. „In der Bundesliga gibt es viele interessante Spieler. Goretzka ist ein Spieler von einem anderen Club und ich spreche nicht über Spieler eines anderen Clubs”, sagte der 57-Jährige. Auch Goretzka sei ein „interessanter Spieler”, erklärte Ancelotti. „Bayern schaut sich nach interessanten Spielern für die neue Saison um.” Der Berater des 22 Jahre alten Mittelfeldakteurs war auf der Münchner Geschäftsstelle gesichtet worden.

Beim Duell gegen den starken Aufsteiger aus dem Breisgau, der in 16 Spielen in München noch nie gewinnen konnte, geht es auch noch um einen Titel. Robert Lewandowski könnte wie im Vorjahr die Torjägerkanone gewinnen, mit 30 Treffern führt er vor dem Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (29 Tore). „Wenn Aubameyang gewinnt, sollte man sich auch für ihn freuen, und Lewandowski eine fantastische Saison attestieren”, sagte Ancelotti. „Jeder beim FC Bayern wäre glücklich, wenn Lewandowski den Titel gewinnt.”

Der Meistertrainer freute sich nicht nur, in seinem ersten Jahr in München eine „neue Kultur” und eine „perfekte Stadt zum Leben” kennengelernt zu haben, sondern auch schon auf den ersehnten Urlaub. Einen Monat geht es ins geliebte kanadische Vancouver. Und dort hat Ancelotti nach einem spannenden ersten Bayern-Jahr vor allem eines vor: „Ich will eine Woche schlafen.”

(Von Christian Kunz, dpa)

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