19.05.2017 17:06 | dpa

Merkel wieder ganz oben auf Beliebtheitsskala

Mainz Nach ihrem Umfragetief im vergangenen Jahr ist Kanzlerin Merkel nach einer Befragung bei den Wählern wieder sehr beliebt. Auch bei der K-Frage führt sie die Liste an.

Wieder beliebter: Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini
Wieder beliebter: Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist im ZDF-„Politbarometer” erstmals nach fast zwei Jahren in der Gunst der Bevölkerung wieder ganz nach oben gerutscht.

Bei der am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage liegt sie mit einem Wert von 2,2 (vorher 1,8) auf der Sympathie-Skala von plus 5 bis minus 5 vorn. Zur Auswahl für die Befragten standen zehn bedeutende deutsche Politiker.

Merkel scheint sich damit endgültig aus dem Umfragetief im vergangenen Spätjahr herausgearbeitet zu haben. Damals hatte die liberale Flüchtlingspolitik der Kanzlerin für Unmut in der Wählerschaft gesorgt.

In der aktuellen Umfrage folgen Merkel auf den Plätzen Zwei und Drei CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble (1,9) und Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann (1,8). Schlusslicht ist die mit Bundeswehrskandalen kämpfende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU, 0,3).

Die eindeutige Nummer Eins ist Merkel auch bei der K-Frage: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) wollen sie laut Umfrage nach der Bundestagswahl weiter als Regierungschefin sehen. Damit gewinnt sie 7 Punkte im Vergleich zu Ende April hinzu.

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hinkt mit 33 Prozent hinterher. Zuvor waren es 37 Prozent. Im Februar, kurz nach Schulz' Ernennung zum Kanzlerkandidaten, lag er knapp 10 Punkte vor der Kanzlerin. Die SPD hat inzwischen bei Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen teils herbe Verluste hinnehmen müssen.

Ein Bündnis zwischen CDU/CSU und FDP bewerten 43 Prozent der Befragten als gut. Dagegen halten das 37 Prozent für eine schlechte Idee. Weniger Zustimmung gibt es für die Aussicht auf eine weitere große Koalition aus Union und SPD: Gerade einmal 39 Prozent sehen darin eine gute Konstellation, während 41 vom Gegenteil überzeugt sind.

Laut Umfragen wäre aktuell eine Mehrheit für eine große oder eine Jamaika-Koalition möglich: Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde sich laut Politbarometer mehr als jeder Dritte für die CDU/CSU entscheiden (38 Prozent). Die SPD rutscht um 2 Punkte ab auf 27 Prozent. Die Linke käme auf 9 Prozent, die FDP auf 8 und die Grünen kämen auf 7. Die AfD läge ebenfalls bei 7 Prozent.

(dpa)

Kommentare

  • Wer stand denn da zur Auswahl?
    geschrieben von ellenwild (295 Beiträge) am 22.05.2017 06:40

    Wir haben doch nur die Wahl zwischen den kaum noch unterscheidbaren politischen Einheitsblöcken der sogenannten "Volksparteien", die sich darin einig sind, daß sie jeden Wechsel der Politik notfalls durch noch so abstruse Koalitionen verhindern werden, um ihre Pfründe zu retten.
    Und damit das auch weiterhin klappt, "beweisen" die
    laufend produzierten "Umfragen" bei erprobten Probanden dem naiven Leser die Beliebtheit oder auch Beliebigkeit der Kandidaten. Egal wie gewählt wird: Es kommt eine, wie auch immer geartete, "linkssozialistische Einheitsregierung" heraus.
    "Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst verboten."
    Die "Erdoganisierung" ist auch bei uns unübersehbar.

  • Was für eine Kandidatin!...3
    geschrieben von SigismundRuestig (237 Beiträge) am 20.05.2017 16:38

    ...
    Letztendlich hat die Union - auf dem Rücken der Flüchtlinge - einfach mal wieder das perfide, da auf Kosten der Flüchtlinge und des inneren Friedens in Deutschland, Good Guy (Merkel) - Bad Guy (Seehofer)-Spiel gespielt.
    Der Union ist es offensichtlich piep-egal, was ihre Machtspielchen in der Gesellschaft anrichten. Von christlichem Anspruch nichts in Sicht!
    Diese Kultur des politischen Diskurses haben Merkel und ihre Kombattanten in seltener Einmüdigkeit auch mit in den Wahlkampf übernommen, weshalb sie sich auch nicht zu schade war, mit Schmutz-Dossiers gegen Martin Schulz, kaum zum Kanzlerkandidaten gekürt, agitieren zu lassen.
    Es sind Wahlkampfzeiten:
    https://youtu.be/dOa-fcp74uU
    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

  • Was für eine Kandidatin! ...2
    geschrieben von SigismundRuestig (237 Beiträge) am 20.05.2017 16:36

    ...
    als Steigbügelhalter für den AfD-Wahlerfolg als auch als geistigen Brandstifter in Anbetracht der rasant angestiegenen rechtsextremistischen und -rassistischen Exzesse bezeichnen. Und jetzt eben auch als Steigbügelhalter einer - nach CSU-Maßstäben- völlig ungeeigneten, ja gefährlichen Kanzlerkandidatin.
    Frau Merkel hat sich das schulmädchenartig alles gefallen lassen. Sie ist dem - nicht nur von namhaften christlichen Würdenträgern - heftig kritisierten, verkommenen, hilflosen, des "C" im Parteinamen unwürdigen Politikstils der Union, insbesondere der CSU und vor allem, aber nicht nur, in der Flüchtlingspolitik nicht entgegengetreten. Sie hat damit der Kultur der politischen Auseinandersetzung einen Bärendienst erwiesen. Vielleicht ist sie aber auch einfach schon zu müde, zu ausgebrannt, zu abgewirtschaftet.
    Letztendlich hat die Union - auf dem Rücken der Flüchtlinge - einfach mal wieder das perfide, da auf Kosten der Flüchtlinge und des inneren Friedens in Deutschland, ?..

  • Was für eine Kandidatin!
    geschrieben von SigismundRuestig (237 Beiträge) am 20.05.2017 16:33

    Wir erinnern uns an CSU-Attacken gegen Merkel, die ihr Blauäugigkeit, schwere historische Fehler, falsche Signale, Spaltung der Gesellschaft, schlechtes Krisenmanagement, Herrschaft des Unrechts - nach Söder alles auch an der CDU-Basis mehrheitsfähig - vorgeworfen haben einschließlich der Androhung einer Verfassungsklage.
    Trotz allem kürt die CSU diese Merkel zur Kanzlerkandidatin, allerdings zur Kandidatin auf (Obergrenzen-)Abruf! Unglaubwürdig, ja, frech-dreist. Da hätte die CSU auch gleich Frauke Petry oder Sahra Wagenknecht auf ihr Schild heben können!
    Wie u.a. Lorenz Caffier, CDU-Vorsitzender Meck-Pom, treffend feststellte, spielte und spielt auch Herr Seehofer mit seinen Äußerungen den Gegnern von Demokratie und Rechtsstaat in die Hände. Es ist hanebüchen, wenn die unsägliche Julia Klöckner, CDU-Bundesvorstand, Herrn Schulz, und nicht Herrn Seehofer, auf ihre dummdreiste Art AfD-Sprech vorwirft. In dieser Hinsicht kann man Seehofer mit Fug und Recht sowohl als Steigbügelhalter...



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