21.04.2017 03:00 | Stefanie Heil

Studenten zeigen Stadt Oberursel ihre Ideen: Wie könnte das Wohnen an der Marxstraße aussehen?

Oberursel Die Marxstraße ist im Wandel, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Hans-Thoma-Schule ziehen weg. Das eröffnet Möglichkeiten für Wohnbebauung. Darüber haben sich Studenten der Hochschule Darmstadt Gedanken gemacht.

(Symbolbild) Wohnen, Bauen
(Symbolbild) Wohnen, Bauen Bild: imago stock&people

Die Suche nach Wohnraum im Rhein-Main-Gebiet ist ungebrochen groß, allenthalben wird nach Flächen Ausschau gehalten, die bebaut werden können. Wenn dann irgendwo Grundstücke frei werden, liegt es nah, an Wohnbebauung zu denken. Das ist auch bei der Marxstraße in Oberursel der Fall.

Was dort möglich ist, darüber haben sich im Auftrag der Stadt Bauingenieur-Studenten der Hochschule Darmstadt Gedanken gemacht. Am Mittwoch haben die jungen Leute in der Sitzung des Bauausschusses ihre Ideen und Pläne vorgestellt. Diese sehen, kurz gefasst, sowohl Ein- und Mehrfamilienhäuser als auch Parkmöglichkeiten für Autos und Fahrräder sowie Freizeit- und Ausgleichsflächen vor. In den Blick genommen haben die Studenten die komplette Marxstraße zwischen der Willy-Seck-Straße im Norden und der Straße Im Portugall im Süden.

In Stein gemeißelt sind diese Pläne freilich noch nicht, aber: „Sie dienen der Stadt als Grundlage für weitere Planungen“, sagte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) im Nachgang der Sitzung zur TZ. Ziel sei es, Baurecht zu schaffen. Bis Baufahrzeuge anrollen, dürften auch noch einige Jahre ins Land gehen. Die Feuerwehr, die zurzeit noch an der Marxstraße ansässig ist, soll bis Ende 2022 ins neue Gefahrenabwehrzentrum an der Lahnstraße ziehen.

Ort für Rettungswache

Das Feuerwehrareal ist in Besitz der Stadt, ebenso das benachbarte Gelände, wo zurzeit das Rote Kreuz seine Wache hat. Für die Rettungswache wird seit langem ein neuer Standort im Oberurseler Süden gesucht. In den nächsten Wochen solle ein Platz nahe der Weingärtenumgehung gefunden werden, sagte Brum. „Der Kreis macht Druck.“

Neu zu beplanen ist auch das Gelände der Hans-Thoma-Schule im Bereich Marxstraße/Im Portugall, die 2018 in ihren Neubau an der Mainstraße ziehen soll. Diese Fläche gehört dem Hochtaunuskreis. Sie war bereits für eine Erweiterung der Helen-Keller-Schule, aber auch für Betreuungsräume der Grundschule am Urselbach im Gespräch gewesen. Beide Schulen liegen in der Nähe. Geht es nach den Studenten, wird das Grundstück mit Einfamilienhäusern bebaut.

Mehrfamilienhäuser könnten nach Ansicht der Studenten im oberen Bereich der Marxstraße geschaffen werden, auf das Gelände der Firma Rolls-Royce. Konkret auf der KHD-Wiese, aber auch auf dem an der Willy-Seck-Straße gegenüberliegenden Parkplatz. Rolls-Royce hat offenbar eigene Pläne, an anderer Stelle Parkraum zu errichten.

Die Studenten haben unterschiedliche Pläne vorgelegt, die Zahl der Wohneinheiten reicht von etwa 200 bis rund 270. Das könnte bis zu 400 Menschen ins Quartier bringen – und etwa 300 zusätzliche Autos pro Tag.

Fragen der Verkehrsanbindung wird die Stadt bei ihren weiteren Überlegungen genauso zu berücksichtigen haben wie den ganz in der Nähe fließenden Urselbach, der, zumindest nach Ansicht der angehenden Bauingenieure, möglicherweise einen Schutzwall braucht. Die Bachaue hat bei den Studenten aber auch als Naherholungsgebiet eine Rolle gespielt, sie könnte mit Tischen und Sitzmöglichkeiten ausgestattet werden.

Sitzgelegenheiten, Baumstämme und Findlinge sowie Spielgeräte – diese Ausstattung schlagen die jungen Leute für das Gebiet unter dem Titel „bespielbare und besitzbare Stadt“ vor. Als Beispiel nannten sie Griesheim bei Darmstadt, wo das Konzept bereits umgesetzt wurde.

Die Ideen der Studenten kamen bei den Kommunalpolitikern als Grundlage fürs weitere Vorgehen trotz einzelner Bedenken überwiegend gut an. „Es ist ausgesprochen positiv, wenn man Menschen von außen draufschauen lässt“, sagte Thomas Fiehler (FDP) und stand mit dieser Ansicht nicht allein.

 

Die Vorschläge der Studenten zur Entwicklung an der Marxstraße sollen vom 26. April an im Geschäftsbereich Stadtentwicklung im Rathaus einsehbar sein.

 

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