21.04.2017 03:30 | Heinz Habermehl

Nachspiel vor dem Homburger Amtsgericht: Streit auf dem Parkplatz

Bad Homburg Nur in einem Punkt stimmten die beiden Kontrahenten vor dem Homburger Amtsgericht überein: Sie bestritten jeweils die verbalen Kraftausdrücke, die ihnen der andere vorwarf. Keine leichte Aufgabe für das Gericht, die Wahrheit herauszufinden.

Symbolbild: Peter Steffen/Archiv
Symbolbild: Peter Steffen/Archiv

Wenn die Aussagen des Angeklagten, eines arbeitslosen Informatikers mit französischer Staatsbürgerschaft und Wohnort in Usingen, sowie seines Kontrahenten, eines als Haustechniker tätigen Mannes aus Bad Homburg, der Wahrheit entsprechen, dann flogen bei einem Streit am 24. Juni vergangenen Jahres auf einem Bad Homburger Parkplatz verbal ganz schön die Fetzen, und deswegen gab es jetzt ein Nachspiel vor dem Homburger Amtsgericht.

Der Bad Homburger hatte seinen Widerpart wegen Beleidigung angezeigt – unter anderem sei das Wort „Nazischwein“ und die deftige Variante der Bezeichnung für das menschliche Hinterteil gefallen. Außerdem hätte der Angeklagte versucht, ihn mit einem Schlüsselbund ins Gesicht zu schlagen, berichtete der Bad Homburger in der Verhandlung. Als Zeuge führte er einen Arbeitskollegen an, der den Zwist miterlebt habe.

Der Streit war auf dem Parkplatz vor einer Arztpraxis entstanden. Dort hatte der Angeklagte sein Auto abgestellt, obwohl das nicht erlaubt war, was wiederum der Haustechniker moniert hatte. Das bestritt der Usinger auch nicht, allerdings habe er seine kranke Ehefrau zum Arzt gebracht, die er wegen ihrer Schmerzen so nahe wie möglich an die Eingangstür gefahren habe.

Laut dem Usinger habe nicht er den Homburger beleidigt, sondern es sei genau andersherum gewesen. „Alle Ausländer sind Idioten“, habe der Haustechniker zu ihm gesagt. Auch sei das Wort „Ar...loch“ sei auf der Gegenseite gefallen. Darauf habe er nur geantwortet, er sei Europäer und wenn er – der Angeklagte – ein solches sei, dann sei der Homburger das gleiche.

So ging es auch bei den anderen Vorwürfen. Übereinstimmung bestand nur darin, dass beide die ihnen angelasteten Äußerungen bestritten, sie aber dem Gegenüber nachdrücklich vorwarfen. Obwohl im Gericht einiges dafür sprach, dass der Angeklagte überreagiert hatte und die Bezeichnung „Nazischwein“ völlig deplatziert war, kam es dann doch zur Verfahrenseinstellung, da das Gericht nicht mehr zweifelsfrei vom Fehlverhalten des Usingers überzeugt war.

Hierüber war der Haustechniker erkennbar erbost. „Das von mir erteilte Hausverbot gegen Sie bleibt bestehen“, sagte er am Ende der Verhandlung, die er dann schimpfend verließ.

(hab)

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