21.04.2017 03:00 |

Eigeninitiative mit Kick: Stoltze-Schule bekommt eigenen Soccerplatz

Königstein Das nennt man mal eine Klasse(n)leistung. Schüler und Lehrer der Friedrich-Stoltze-Schule (FSS) haben gemeinsam angepackt, um der ganzen Schulgemeinde einen Wunsch zu erfüllen.

Geschafft: Schüler und Lehrer der Stoltze-Schule haben gemeinsam den „gebrauchten“ Kunstrasenplatz in Hofheim abgebaut und damit ein echtes Schnäppchen gemacht. Jetzt steht  der Wiederaufbau in Königstein an.
Geschafft: Schüler und Lehrer der Stoltze-Schule haben gemeinsam den „gebrauchten“ Kunstrasenplatz in Hofheim abgebaut und damit ein echtes Schnäppchen gemacht. Jetzt steht der Wiederaufbau in Königstein an.

900 Euro für einen „Soccerplatz“, der eigentlich 40 000 Euro wert wäre – da muss man einfach zuschlagen. Das dachte sich auch Ingo Wagner, SV-Lehrer an der Friedrich-Stoltze-Schule (FSS), mobilisierte Schüler wie Kollegen und verhalf so der Königsteiner Haupt- und Realschule zu einem Freizeitangebot, von dem die Schulgemeinde schon lange geträumt hatte.

Schließlich ist Fußball wie überall so auch an der FSS absolut angesagt bei den jungen Leuten. Einen Platz zum Kicken zu finden, ist jedoch alles andere als leicht. Der Naturrasenplatz im Stadion, so zumindest der Eindruck der Schüler und Lehrer, ist „fast das ganze Jahr“ über gesperrt, und den Kunstrasenplatz in direkter Nachbarschaft „dürfen die Schüler überhaupt nicht benutzen“. Umso größer war der Wunsch an der FSS nach einem eigenen kleinen Fußballplatz.

Aber es fehlte das Geld. Bis zu 70 000 Euro, das war den Angeboten zu entnehmen, die man eingeholt hatte, hätte der Neubau eines neudeutsch „Soccerplatz“ genannten „Minispielfeldes“ gekostet. Angesichts der Tatsache, dass sich im Spendentopf der Schule „momentan mühsam ersparte 6500 Euro“ befinden, hätten die Schüler wohl mindestens noch zehn weitere Jahre für ihren großen Traum sparen müssen.

Schlechte Aussichten, die sich mit einem Mal gravierend aufhellen sollten. Aus Hofheim kam das Angebot, kurzfristig einen „gebrauchten“ Soccerplatz im Wert von 40 000 Euro zu kaufen – für gerade Mal 900 Euro. Ein „Spottpreis“ und ein Glücksfall für die Schule, so Ingo Wagner. Der SV-Lehrer nahm den Kontakt auf und kaufte den Platz im Namen der Schule. Wagner: „Das einzige Problem war, dass der Platz innerhalb von vier Tagen direkt vor den Osterferien abgebaut werden und ,umziehen’ musste.“

8 Tonnen Granulat

Da waren Schnelligkeit und Teamwork gefragt. Wagner mietete einen Lkw an, um den „Platz“ nach Königstein zu verlagern, und fand im Kollegium und in der Schülerschaft fleißige Hände, die anpackten. Und das, obwohl viele Klassen in den Wochen vor den Osterferien im Praktikum oder auf Ausflügen waren. Letztlich waren es 18 Mädchen und Jungen aus der H8, der H7 und der R8, die – unterstützt von fünf Lehrern – gemeinsam ans Werk gingen.

„Überstunden“ gemacht

Wagner: „Ohne den aufopferungsvollen Einsatz dieser Schüler wäre das Abtragen von 8 Tonnen Granulat im Kunstrasen nicht möglich gewesen.“ Sogar am letzten Tag vor den Ferien und am Wochenende wurden „Überstunden“ gemacht, um den Umzug im vorgegebenen Zeitrahmen zu stemmen. Das ist geschafft, die Arbeit aber noch lange nicht getan.

Zwar ist der Platz mittlerweile – in seine Einzelteile zerlegt und zusammengerollt – in Königstein angekommen. Einfach auszurollen und spielbereit ist der Kunstrasen aber keineswegs.

Zuerst müsse der Untergrund für den Soccerplatz vorbereitet werden, erklärt der SV-Lehrer, bevor der grüne Teppich wieder ausgelegt werden könne. Dadurch jedoch würden weitere Kosten entstehen, die die Schulgemeinde abdecken muss.

Auch hier wollen und werden die Mädchen und Jungen ihren eigenen Beitrag leisten. Zudem hat der Förderverein der FSS seine Unterstützung avisiert. Darüber hinaus jedoch freut sich die Schulgemeinde über jede Unterstützung.

Wagner: „Spenden für dieses Projekt werden deshalb auch weiterhin dankend angenommen. Falls etwas übrig bleibt, möchten wir noch eine Bolderwand, ein Volleyball- und Badminton-Feld realisieren.“ sj

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