20.04.2017 03:30 | Marc Kolbe

Problem für das Ehepaar Bund: Die Mieten: Sockengeschäft "Strumpfparadies" in Bad Homburg schließt nach 26 Jahren

Bad Homburg Die Fußgängerzone und ihre hohen Mieten haben ein neues Opfer gefunden: Das Strumpfparadies macht dicht. Dabei würden die Inhaber gerne weitermachen.

Sabine und Rainer Bund erleben traurige Tage: Am kommenden Samstag schließen sie ihr Strumpfparadies nach 26 Jahren.
Sabine und Rainer Bund erleben traurige Tage: Am kommenden Samstag schließen sie ihr Strumpfparadies nach 26 Jahren. Bild: Jochen Reichwein

Es ist immer wieder dasselbe: Wann immer ein Geschäft aus dem Stadtbild verschwindet, diskutiert ganz Bad Homburg über den Niedergang des Einzelhandels. Vor allem die hohen Mieten auf der Louisenstraße werden da als ein Grund genannt. Das können Sabine und Rainer Bund aus leidvoller Erfahrung bestätigen. Das Paar schließt am kommenden Samstag ihren kultigen Laden „Strumpfparadies“ – und das nach 26 Jahren in der Kurstadt.

Das Haus, in dem sich das Geschäft befindet, Louisenstraße 33, soll demnächst einem Neubau weichen – Gleiches gilt übrigens für das Nachbargebäude (Louisenstraße 35), in dem eine Douglas-Parfümerie untergebracht ist. Gerne hätten die Bunds weiter ein Ladengeschäft auf der Bad Homburger Fußgängerzone betrieben, doch trotz nicht gerade weniger Leerstände ließ sich keine bezahlbare Fläche finden. „Wir hatten zwar schon etwas in Aussicht, doch ein Mal stimmte die Miete nicht, ein anderes Mal wollte der Vermieter keine Warenständer vor dem Laden“, gibt Rainer Bund nur einen kurzen Einblick in die leidvolle Suche nach einem geeigneten Laden. Bunds bitteres Fazit: Es sei kaum möglich, für einen kleinen Einzelhändler eine Bleibe auf der Louisenstraße zu finden.

Angefangen hatte alles mit einem Sockenverkauf in den Wintermonaten in der Eisdiele neben Karstadt. Vor 26 Jahren haben die Bunds dann ihren Sockenladen auf der Louisenstraße eröffnet. Damals war der Laden noch zweigeteilt, auf der einen Seite die Bunds, auf der anderen Tchibo. Die Socken-Experten mussten mit einem Grundriss in Form eines Handtuchs auskommen. Im Jahr 2000 zog Tchibo aus, die Bunds übernahmen die gesamte Fläche und bauten das Sortiment über die Jahre immer weiter aus – Hüte, Handschuhe, Schals und textile Accessoires kamen hinzu.

Jetzt will Rainer Bund wieder verstärkt auf Märkten verkaufen, außerdem behält er seinen samstäglichen Stand vor der Commerzbank. Doch so ganz abfinden können sich die Bunds mit der aktuellen Situation noch nicht. 26 Jahre haben sie immer pünktlich ihre Miete gezahlt, sich nichts zuschulden kommen lassen – und jetzt soll alles vorbei sein? „Wir würden so gerne weiterhin einen Laden in Bad Homburg haben“, sagt Sabine Bund. Wer eine Idee oder ein Angebot hat, könne sich gerne bei ihr melden unter Telefon 01 76–1 00 276 75.

(col)

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