19.06.2017 03:00 |

Skulptur an der Krebsmühle ist ein Gemeinschaftswerk: Irgendetwas bewegt sich beim EMobile immer

Was nicht passt, wird passend gemacht. Die Schöpfer des EMobiles an der Krebsmühle mussten etliche Hürden meistern – der Einsatz hat sich gelohnt.

Ein neues Kunstwerk entsteht. Matthias und Andreas Hett beim Biegen der Rohre für das EMobile an der Krebsmühle. Bilder >
Ein neues Kunstwerk entsteht. Matthias und Andreas Hett beim Biegen der Rohre für das EMobile an der Krebsmühle. Bild: Matthias Reichwein

Die Geburtsstunde des EMobiles an der Krebsmühle, schlug vor vier Jahren. „Die Idee dazu entstand auf der Einweihungsfeier unserer Krebs-Skulptur“, erinnert sich der Kunsttherapeut und Sozialarbeiter Andreas Hett. Gemeinsam mit seiner Kollegin, der Bildhauerin Regina Planz, betreut er seit 17 Jahren das Kunsttäter-Projekt. „Zuerst machten wir eine Skizze, danach ein Modell der neuen Skulptur“, erinnert sich Regina Planz. Wind, Wasser und die Kraft der Sonne treiben das Objekt an. Hett: „Im Grunde soll sich immer etwas bewegen.“

Die Fantasie kennt bekanntlich keine Grenzen – die Technik schon. „Die erste Hürde lag darin, einen Statiker zu finden, der errechnen konnte, ob die Skulptur stabil ist“, erinnert sich Hett. „Ein Haus – kein Problem, doch bei einer Skulptur muss ich passen“, lautete immer die Antwort der Experten. „Dann habe ich eine Dortmunder Firma ausfindig gemacht, die sich unter anderem auf Brücken spezialisiert hat und mir zusagte, die Statik unserer Skulptur berechnen zu können“, erklärt Hett.

Als das Okay aus Dortmund kam, begann vor drei Jahren die eigentliche Arbeit am EMobile. Zuerst mussten die Eisenrohre gebogen werden, die das Grundgerüst der Skulptur bilden. Die sechs Meter langen Rohre mit einem Durchmesser von sechs Zentimetern in die gewünschte Form zu bringen, war ein Kraftakt, der mit Hilfe eines hydraulischen Rohrbiegers ausgeführt wurde. Danach ging es zum Galvanisieren. „Auch hier mussten wir erst eine Firma finden, deren Tauchbecken groß genug war“, erinnert sich Hett. Das nächste Problem – ein Schweißer wurde gebraucht. Hier sprang Matthias ein. „Es waren sehr viele Arbeitsstunden, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht“, so der 24-Jährige. Stolz sei er, nun die fertige Skulptur vor sich zu sehen.

Bei den Windrädern gab es dann erneut Schwierigkeiten. „Man könnte sagen, der Prototyp drehte sich zu gut“, grinst Hett. „Wir fanden die Räder 200 Meter von der Skulptur entfernt. Der Wind hatte sie abgerissen.“

Die Wasserstrahlen, die aus Löchern in den Rohren sprudeln, werden in einem Mosaikbecken aufgefangen. „Das hat uns abgesehen vom Schweißen des Mühlrades die meiste Arbeit gekostet“, weiß Regina Planz. Etwa drei Jahre hat es gedauert, die Muranoglas-Steinchen aufzukleben. 40 bis 50 Jugendliche haben daran mitgearbeitet. Rückschläge verkraften, Probleme bewältigen und einen langen Atem entwickeln, das lehrt einen dieser Job. Der 20-jährige Felix weiß das. „Es haben sich aber auch viele Gespräche mit Andreas und Regina ergeben, die mir geholfen haben“, sagt Felix. Er hat sein Abitur nachgeholt und eine Lehrstelle gefunden. Allein dafür hat sich das Projekt gelohnt.

Kommentare



zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Ein neues Posting hinzufügen


Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: In welchem Bundesland liegt die Stadt München?: 

Weitere Artikel aus Vordertaunus

Alte Post in Bad Homburg
Bad Homburg
|
Richtfest ist in Sicht

Dach der Alten Post soll Anfang Dezember fertig sein

Weitere Artikel aus Vordertaunus

Das Hölderlin-Denkmal im Kurpark (Nähe Schwanenteich) wartet auf ein neues Fundament. Die Sandsteinstufen werden wiederverwendet.
Bad Homburg
|
Denkmal im Kurpark

Neues Fundament: Hölderlin wird wieder standfest

Das Schild am  City-Parkhaus am Epinay-Platz weist noch auf die bisherigen Öffnungszeiten hin. Künftig können Autofahrer es täglich von 6.30 bis 1.30 Uhr nutzen.
Oberursel
|
Parken in Oberursel

Sonntags unterm Epinay-Platz parken

Rubrikenübersicht