19.06.2017 03:30 |

Königstein Bürgermeister Helm auf 180: Hessens Innenminister Perter Beuth lässt Königstein abblitzen

Königstein Schlechte Nachrichten aus Wiesbaden für die Anwohner und Nutzer des Königsteiner Kreisels. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagt „Nein“ zur Installation einer Blitzersäule.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) im Landtag in Wiesbaden.
Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagt "nein" zu einer Blitzersäule am Königsteiner Kreisel. Königsteins Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) ist stinksauer. Bild: dpa

Königsteins Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) macht aus seiner Enttäuschung über das „Nein“ des Hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) zur Errichtung einer Blitzersäule am Kurstadt-Kreisel keinen Hehl. „Damit wird das Messen von Geschwindigkeiten erschwert – und das ist vor allem im Interesse der Raser, nicht in dem der Bürger, die an verkehrsreichen Straßen wohnen und dem Verkehr nicht entrinnen können“, kritisiert Helm in einer Mitteilung.

Dabei gehe der Hinweis des Ministers ins Leere, man könne mit mobilen Messungen dasselbe erreichen. Gerade die besonders störenden, sporadisch auftretenden nächtlichen Raser ließen sich auf diese Weise nicht ermitteln. Nachdem er mit seinem Ansinnen, eine feste Messeinrichtung an der Kreiselausfahrt zur Le Cannet-Rocheville-Straße zu installieren, bereits bei der Polizei-Akademie Hessen und beim Regierungspräsidium Kassel auf Granit gebissen hatte, gab es jetzt also auch noch den ministeriellen Dämpfer von ziemlich weit oben. Entsprechend angefressen ist der Königsteiner Rathauschef: „Die Landesbehörden, die hierüber zu befinden haben, sind offenbar weit von den Menschen entfernt. Mit großen Aktionsplänen soll dem Lärm zu Leibe gerückt werden, aber einfache, wirksame polizeiliche Maßnahmen werden untersagt.“

Lärm schädigt Gesundheit

Denn das ist in Helms Augen die eigentliche Krux. Die Polizei werte weiterhin einzig Unfallschwerpunkte als glaubhafte Begründung für Geschwindigkeitsmessungen. Und einen solchen Schwerpunkt können die Ordnungshüter an der Kreiselausfahrt nicht erkennen. Helm wiederum meint, dass es nicht erst in erhöhtem Maße krachen muss, um erheblichen Schaden anzurichten.

Die gesundheitsschädliche Wirkung des Lärms, so Helm, sei doch längst anerkannt. Aber statt die Raser zur Rechenschaft zu ziehen, würden „mit gigantischem Aufwand scheußliche Lärmschutzwände“ gebaut.

Wer allerdings glaube, mit dem Nein zur festen Radarmessung den Autofahrern einen Gefallen zu tun, der irre sich. Denn ohne die Messstelle bleibe der sogenannte Bypass von der Le Cannet-Rocheville-Straße zur Frankfurter Straße weiter gesperrt.

Der Grund: Für einige Anwohner, die seit fast zehn Jahren für mehr Lärmschutz klagen, war die Installation einer Blitzersäule eine zentrale Voraussetzung, um im Gegenzug der Öffnung des Bypasses zuzustimmen. Die Folge: Alle Autofahrer stehen auch weiterhin länger im Stau an der Kreiselzufahrt, als es nötig wäre.

„Das ist das typische Ergebnis einer bürokratischen und nicht am Ergebnis interessierten Ministerialverwaltung“, schimpft Helm in Richtung Wiesbaden. Aufgeben aber will er nicht. Im Gegenteil.

Er habe weiterhin vor, eine Mess-Säule im „Trog“ an der Le-Cannet-Rocheville-Straße zu installieren und damit Daten zu dort gefahrenen Geschwindigkeiten zu sammeln. „Bisherige Analysen mitten in der Stadt weisen Geschwindigkeiten von Tempo 100 und mehr nach“, erläutert er. sj

Kommentare

  • Argumentation
    geschrieben von taunus (147 Beiträge) am 19.06.2017 09:08

    Was völlig unverständlich ist, ist die Aussage: "Die Polizei werte weiterhin einzig Unfallschwerpunkte als glaubhafte Begründung für Geschwindigkeitsmessungen". Wo bitte ist/war die Sodener Straße, die Limburger Str. am Friedhof , der Ölmühlweg oder die Kronthaler Straße (alles Standorte der Blitzer-Säulen!) jemals ein Unfallschwerpunkt?? Hier stimmt doch irgendwas nicht?!

  • Erpressung
    geschrieben von taunus (147 Beiträge) am 19.06.2017 08:33

    Das Ganze klingt nach Kindergarten und Erpressung.
    Kindergarten: "So - wenn "Ihr" weiter Rasen wollt, dann steht "Ihr" halt im Stau, bääh!" (Bürgermeister; obwohl die Raser das ja gar nicht verhandelt haben und fraglich ist, ob "sie" dann im Stau stehen)
    Erpressung: Diese "Anwohner" , die sich wohl wissend (!!) eine Wohnung am Kreisel gekauft haben, erpressen die Stadt mit unmöglichen Forderungen , nur um "Recht" zu haben. Weiß eigentlich noch irgendjemand, was die wirklich wollen? Was haben die "Anwohner" von einer allmorgendlichen Autoschlange, dem dumpfen Verkehrslärm und den Abgasen der immer wieder anfahren Autos? Stehen sie vielleicht sogar selber drinn?
    Aber da sind wir auch schon wieder auf dem Kindergarten-Niveau angelangt.
    Vielleicht sollte man mal einen Vermittler einsetzen und einen runden Tisch mit (echten) Verkehrsexperten, "Anwohnern" und Stadtverwaltung, um endlich mal dieses Niveau zu verlassen und Lösungen(!) zu finden. FALLS überhaupt jemand Interesse daran hat...



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