21.04.2017 03:00 | Monika Melzer-Hadji

Bad Homburg: Goldene Hochzeit der Hoteliers: Das ist die Geschichte des Hotelier-Ehepaares hinter dem Parkhotel

Bad Homburg Als sich Ingrid und Joachim Petry heute vor 50 Jahren das Jawort gaben, war das der Beginn eines bunten Ehelebens, das von Familiensinn, Unterstützung, Humor, Hobbys und Arbeit geprägt ist.

Aus dem Sanatorium Geheimrat Trapp bauten Ingrid und Joachim Petry das Parkhotel auf.	Foto/Repro: mats
Aus dem Sanatorium Geheimrat Trapp bauten Ingrid und Joachim Petry das Parkhotel auf. Foto/Repro: mats Bild: Matthias Reichwein

Ihre Trauung am 21. April 1967 haben Ingrid und Joachim Petry nur im kleinen Rahmen gefeiert. Dafür ging der Polterabend im damaligen Ritter’s-Park-Hotel tags zuvor bis tief in die Nacht, bei dem auch der Standesbeamte bis 4 Uhr früh mit von der Partie war. Heute, 18 261 Tage später, wird das Ehepaar sein goldenes Jubiläum in trauter Zweisamkeit feiern, das große Fest wird verschoben, bis die ganze Familie zusammenkommen kann – und nicht andere liebgewonnene Verpflichtungen anstehen. Und derer gibt es viele.

Die waschechte Homburgerin Ingrid Petry, geborene Patyna, hat ihren Mann kennengelernt, als sie im Sanatorium Geheimrat Trapp als Medizinisch-technische-Assistentin tätig war. Das hatte ihr heutiger Ehemann nach dem plötzlichen Tod seines Vaters 1961 als gerade 21-jähriger gelernter Koch („mit Auszeichnung“) und Volontär im Ritter’s Park-Hotel übernommen.

Gefeiert wurde die Vermählung heute vor 50 Jahren im kleinen Kreis. Foto: Matthias Reichwein
Gefeiert wurde die Vermählung heute vor 50 Jahren im kleinen Kreis.

Fortan waren die bei der Hochzeit 24 und 26 Jahre jungen Leute also Hoteliers, bauten das Sanatorium zunächst aus und später zu einem Kurhotel mit Gastronomie („Geheimratsstuben“) um. Durch Zukäufe und Neubauten entstand in den 1980er und -90er Jahren das Parkhotel, wie wir es heute kennen. Seit 1993 gehört auch das Hotel Arkadia in Friedrichsdorf zum Familienbetrieb.

„Ich war mit Leib und Seele Hoteliersfrau, inklusive Zimmermädchen, Hausdame, Rezeption. An Heiligabend haben wir in den Geheimratsstuben ein Acht-Gänge-Menü serviert, unsere eigene Bescherung war dann um 11 Uhr nachts“, erzählt Ingrid Petry aus den arbeitsintensiven Anfangsjahren. Ihr Mann ergänzt: „Ja, wir haben viel gearbeitet, zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.“

Bis heute sind die beiden ihren Müttern von Herzen dankbar, die das junge Paar tatkräftig unterstützt haben, besonders als die Söhne Sven und Frank geboren wurden.

Doch bei all der Arbeit blieb ihnen immer Zeit für die Hobbys. Bei Ingrid Petry sind das bis heute der HCV und die Volksbühne. Für den Homburger Carneval Verein stand die Laternenkönigin von 1962 zwei Mal elf Jahre als Närrin in der Bütt und sogar vor Fernsehkameras, erhielt 1987 gar den „Oscar der Narren“. Bei der Volksbühne ist die quirlige Frau seit 1961 in bislang 52 Rollen geschlüpft und hat 30 Mal Regie geführt. Morgen um 20 Uhr feiert sie als Regisseurin von „Gaslicht“ im Kurtheater Premiere, im Herbst erfüllt sie sich mit der Hauptrolle in „Besuch der alten Dame“ einen Herzenswunsch. „Na, das passt“, neckt ihr Mann, der die Volksbühne seinerseits nach Kräften unterstützt, wenn auch nicht auf der Bühne, obwohl: „Letztes Jahr musste er als Leiche 35 Minuten lang ,tot’ im Sessel sitzen“, lacht seine Frau.

Joachim Petrys große Leidenschaft ist das Schachspiel, er bezeichnet sich selbst als „schachverrückt“. Ihm ist es zu verdanken, dass der Schachklub Bad Homburg bereits drei Großmeisterturniere und ein internationales Damen-Großmeisterturnier ausgerichtet hat. Auch das kürzlich wieder im Kurhaus durchgeführte Deutsche Ärzte-Schachturnier geht auf die Initiative des 76-Jährigen zurück. Dass er bei den Amateur-Schachweltmeisterschaften im vergangenen Jahr nur unter „ferner liefen“ abgeschnitten hat, wurmt ihn.

Gegenseitige Unterstützung

Und so ist es eine Frage der Ehre, dass er an der diesjährigen WM auf Kos wieder teilnimmt. Seine Frau wird ihn begleiten und unterstützen, so wie sich die beiden in 50 Ehejahren immer gegenseitig unterstützt haben. „Es ist ganz wichtig, dass jeder sein Hobby hat und der Partner das toleriert“, sagt Joachim Petry; seine Frau stimmt zu: „Wir unterstützen uns gegenseitig zu 100 Prozent, und es ist doch auch schön, wenn man sich was zu erzählen hat.“

Noch vor Beruf und Hobbys, wozu auch das Reisen zählt, kommt allerdings die Familie, auf die das Jubelpaar sehr stolz ist: Sohn Sven ist als Chefarzt der Urologie in einer spanischen Klinik tätig und hat zwei Kinder. Sohn Frank, Vater von drei Kindern – auf die Oma und Opa Petry jetzt oft aufpassen –, ist in die Fußstapfen der Eltern getreten und inzwischen Geschäftsführer der Hotels. Seine Eltern haben sich in die „beratende zweite Reihe“ zurückgezogen.

Seit 2009 ist Joachim Petry Vorsitzender der Katharina-Hardt-Stiftung, die aus den Immobilienerlösen mehrerer Häuser an der Promenade die Kinderkrebs- und die Alzheimer-Forschung unterstützt – und die Jugendarbeit der Volksbühne, denn auch Petrys kinderlose Tante war großer Fan des Homburger Amateurtheaters.

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