20.04.2017 03:30 | Anke Hillebrecht

Mahner auf dem Segway: Das ist Ihr Ansprechpartner bei der Polizei Hochtaunus

Hochtaunus Seit 2014 ist der Polizeihauptkommissar in den 13 Kommunen des Hochtaunuskreises täglich als Ansprechpartner für die Bürger unterwegs. Die sollen sich vor allem sicherer fühlen.

„Schutzmann vor Ort“: Siegfried Schlott.
„Schutzmann vor Ort“: Siegfried Schlott.

Einen Einbrecher auf frischer Tat ertappt, eine Vergewaltigung verhindert oder ein Handgemenge beendet hat er nicht. Wenn Polizeihauptkommissar Siegfried Schlott in den Ortszentren im Hochtaunus unterwegs ist, ist es hell, und er tritt bewusst sichtbar in Uniform auf. Womöglich hat sich der eine oder andere Bürger durch seine Präsenz ein Stück sicherer gefühlt – und so mancher Verkehrssünder hat sein Verhalten überdacht.

Seit 2014 schickt die Polizei Westhessen je einen Mitarbeiter durch Frankfurt sowie die Kreise Hochtaunus und Main-Taunus – als „Schutzmann vor Ort“, der als Ansprechpartner, als Bindeglied zwischen den Bürgern und der Behörde fungieren soll. Schlott (57), der seit 30 Jahren als Ordnungshüter im Taunus arbeitet – viel in Königstein, Oberursel und zuletzt als Pressesprecher in Bad Homburg –, ist zusätzlich zum regulären Streifendienst im Einsatz. Am Dienstagabend stellte er sich dem Ortsbeirat Innenstadt in Bad Homburg vor.

Bei seinen Streifzügen hat es der Beamte nicht eilig. Am liebsten zu Fuß bewegt er sich in der Innenstadt auf und ab, ist aufmerksam, beantwortet Fragen der Passanten oder geht auch mal einem Hinweis nach. Etwa dem, dass Mädchen aus der Maria-Ward-Schule im Park angesprochen worden seien, dass sich Gonzenheimer auf dem Weg von der U-Bahn unsicher gefühlt hätten oder Anwohnern in Ober-Eschbach ein Spielplatz zu dreckig war. Also begab sich Schlott in den Weinbergsweg, zur Haltestelle, auf den Spielplatz und beobachtete. Auch dien Weihnachtsmärkte im Kreis kennt er inzwischen gut.

Die Bürger scheinen sein Auftauchen zu goutieren. „Ich werde viel angesprochen, die Menschen reagieren ausschließlich positiv“, erzählte Schlott den Homburger Lokalpolitikern. Natürlich könne er qua Amtes auch Knöllchen verteilen, doch er hält mehr von Prävention. „Ich erkläre den Leuten lieber, warum es falsch ist, dass sie sich jetzt mit dem Auto auf den Bürgersteig gestellt haben, so dass kein Kinderwagen mehr durchpasst. Auf so ein Verhalten reagiere ich allergisch.“

Im Frankfurter Norden gab es schon Protest, weil nur ein Schutzmann für die ganze Stadt zuständig ist. Im Vergleich dazu hat Schlott ein geradezu überschaubares, wenn auch größeres Gebiet. Jörg Grünberg, SPD-Mitglied im Ortsbeirat, bezweifelt trotzdem, dass der Schutzmann die „Brennpunkte“ in der Homburger Innenstadt genügend im Auge haben kann – etwa das Tanzlokal Tiffany’s in den frühen Morgenstunden oder den abendlichen Bahnhof. „Ich gehe davon aus, dass meine Homburger Kollegen das wissen“, wies Schlott darauf hin, dass er nur tagsüber unterwegs ist und für akuten Krawall ohnehin andere Kollegen zuständig sind. Falle ihm etwas auf, so informiere er seinerseits die Beamten der Kurstadt.

Dass er als „Schutzmann vor Ort“ ein Einzelkämpfer ist, damit kann Schlott leben – es gehe ja vor allem um das Präsenzzeigen. „Ich versuche, in Cratzenbach genauso oft zu sein wie in Steinbach oder Gonzenheim.“ Freitags sei er oft auf der Louisenstraße in Bad Homburg unterwegs – per pedes, mit dem Fahrrad oder dem Segway. Für die Fußgängerzone hat der Hauptkommissar eine Sondergenehmigung.

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