19.09.2017 03:30 |

Autorenporträt: Alexandra Mazar lotet die Untiefen der Seele aus

Bad Homburg Sie ist eine Autorin, die ein schonungsloses Feedback schätzt. Außerdem schreibt Alexandra Mazar nicht nur unter ihrem eigenen Namen, sondern auch unter Pseudonym. Und das aus gutem Grund.

Autorin Alexandra Mazar lebt in Bad Homburg. Sehr gerne ist die 49-Jährige im Kurpark, der Thai Sala ist einer ihrer Lieblingsorte.
Autorin Alexandra Mazar lebt in Bad Homburg. Sehr gerne ist die 49-Jährige im Kurpark, der Thai Sala ist einer ihrer Lieblingsorte. Bild: Jochen Reichwein

„Ich bin Autorin ganz und gar“, sagt Alexandra Mazar, und man glaubt es ihr sofort. Hier brennt eine Frau für das, was sie tut. Schreiben gehöre zu ihr, schon seit ihrer Kindheit im bayerischen Regensburg. „Ich konnte ziemlich früh lesen und habe meinem Opa immer aus der Zeitung vorgelesen. Schon damals habe ich mir Geschichten ausgedacht.“

Trotzdem hat es einige Zeit gedauert, bis sie eigene Texte veröffentlicht hat. „Irgendwie ist mir das Leben dazwischengekommen“, sagt die Mutter einer 18-jährigen Tochter und eines 15-jährigen Sohnes, „aber das ist auch ganz okay so.“ Demnächst wird Alexandra Mazar 50. Im vorigen Jahr hat sie ihren ersten Roman veröffentlicht: „Die Farben des Verzeihens“.

Schuld und Liebe

In dem Entwicklungs- und Familienroman geht es um große Gefühle, Furcht, Schuld und Liebe. „Hier wollte ich zeigen, dass man sich seiner Vergangenheit stellen muss, um dem Leben vielleicht doch noch eine glücklichere Wendung zu geben“, so Mazar. Die Leitfrage, was mit einem Menschen geschieht, der nicht geliebt wird und deshalb selbst nicht lieben kann, erinnert auf den ersten Blick an ihr neuestes Werk „Roadkill“ (siehe weiteren Text). Der Weg der „Farben“-Protagonistin Eliza ist aber ein anderer. „Das Buch zeigt die verschiedenen Schattierungen, die im Verzeihen liegen können, und die Chancen, die Verzeihen eröffnen kann.“

Das Darstellen tiefster Gefühle reizt Mazar, die vor ihrer Autorenkarriere in der Altenpflege und in der Psychiatrie gearbeitet hat. „Die Untiefen der Seele sind mir bekannt“, sagt sie. Die Idee zu „Farben des Verzeihen“ kam ihr in Granada, wo sie mit Mann und Kindern zwischen 2008 und 2010 gelebt hat, bevor sie alle nach Bad Homburg, genauer nach Gonzenheim gezogen sind.

Um noch besser schreiben zu können, hat Mazar einen Online-Schreibkurs bei einem Schriftsteller belegt. Da habe sie unter anderem gelernt, wie eine Geschichte richtig entwickelt wird. „Die Farben des Verzeihens“ hat sie dann ganz bewusst über Books on Demand als Selfpublisher veröffentlicht und sich selbst um ein gutes Lektorat und die Gestaltung des Covers gekümmert. Anders bei „Roadkill“. Auf der Berliner Buchmesse hat sie 2016 Redrum Books kennengelernt. „Mir hat die Verlagsphilosophie gefallen, Bücher deutschsprachiger Autoren zu verlegen.“ Außerdem würden dort Autoren und Leser immer wieder zusammengebracht. „Hier bekommt man ein schonungsloses Feedback“, genau das findet sie gut.

Sie mag die Filme des amerikanischen Regisseurs Quentin Tarantino, literarisch gehört Isabel Allende zu ihren Favoriten. „Das Buch ,Das Geisterhaus‘ war für mich wie eine Naturgewalt.“ Außerdem mag sie „Die Verwandlung“ von Franz Kafka genauso wie einen guten Thriller, Krimi oder Gruselroman. Die mehrbändige Highland-Saga „Outlander“ von Diana Gabeldon ist ganz nach ihrem Geschmack.

Miller für Thriller

Auch beim eigenen Schaffen ist sie in verschiedenen Welten unterwegs, weshalb sie sich das Pseudonym Alex Miller zugelegt hat. „Das ist eine Orientierung für die Leser“, sagt sie. Mazar stehe für Entwicklungsromane, Miller für Thriller. Für beide Genres sei ihr die intensive Recherche wichtig, um glaubhaft zu sein. „So hatte ich bei ,Roadkill‘ die Ehre und das Vertrauen, mit Missbrauchsopfern sprechen zu dürfen.“

Die nächsten Projekte liegen bei ihr bereits auf dem Tisch. Sie hat bereits einen Vertrag über einen weiteren Thriller unterschrieben. „Es wird um eine starke Frau in Schwierigkeiten gehen“ – mehr verrät die Autorin nicht. Auch die „Farben des Verzeihens“ sind weiter Thema. Über Books on Demand wird demnächst die Vorgeschichte zu lesen sein.

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