12.10.2017 03:30 | Stefanie Heil

American Forces Network: AFN-Gelände hat neuen Eigentümer

Oberursel Die Stadt Oberursel hatte von ihrem Erstzugriffsrecht keinen Gebrauch gemacht – nun hat ein Privatmann aus Oberursel das frühere AFN-Gelände in Weißkirchen gekauft. Zu seinen Plänen hält er sich noch bedeckt, doch der ein oder andere Arbeiter ist schon am Werk.

Die Gebäude auf dem früheren AFN-Gelände sollen stehenbleiben und werden wieder nutzbar gemacht.
Die Gebäude auf dem früheren AFN-Gelände sollen stehenbleiben und werden wieder nutzbar gemacht. Bild: Matthias Reichwein

Wer häufig zwischen dem Oberurseler Stadtteil Weißkirchen und Frankfurt-Kalbach auf der Straße Am Weißkirchener Berg unterwegs ist, dessen Blick fällt im Feld immer wieder auf alte Bauten hinter einem Zaun. Viele wissen: Es handelt sich um das ehemalige AFN-Gelände, also um die Fläche, die einst vom American Forces Network genutzt wurde. Und die Vorbeifahrenden haben in den vergangenen Jahren auch Veränderungen wahrgenommen; vor allem im April 2015, als die nicht mehr benötigten Sendemasten gesprengt wurden (siehe weiteren Text).

Nun tut sich wieder was auf dem Gelände – es wird gearbeitet. Denn das knapp 6500 Quadratmeter große Teilstück des Areals, das zuletzt in Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (früher Bundesvermögensverwaltung) war, hat einen neuen Eigentümer.

„Der Kaufvertrag wurde notariell beurkundet“, bestätigt Jürgen Jantscher, der bei der Bundesanstalt für das Gelände zuständige Sachbearbeiter. „Die Fläche ist nicht mehr in unserem Bestand.“

Gebäude nutzbar machen

Gekauft hat sie ein Privatmann aus Oberursel, der namentlich nicht genannt werden will. Zur Höhe des Kaufpreises und der erforderlichen Investitionen äußert er sich ebenso wenig in der Öffentlichkeit. Wie er das Gelände künftig nutzen möchte, darüber wolle er sich jetzt Gedanken machen, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zunächst sollen die bestehenden Gebäude wieder nutzbar gemacht, das heißt, zum Beispiel mit einer Heizung ausgestattet werden. Ein früherer Kühlturm wurde zurückgebaut, die anderen, noch stehenden Bauten, darunter ein Transmittergebäude, sollen laut dem Oberurseler erhalten bleiben. Für den Abriss des Kühlturms war keine Genehmigung erforderlich. Der Käufer hatte sich entsprechend bei der Stadt informiert, wie Stadtsprecherin Nicole Horn bestätigt.

Rückblick: Nachdem die amerikanischen Streitkräfte das Gelände Ende Mai 2015 offiziell zurückgegeben hatten und die militärische Nutzung offiziell beendet war, hatte die Stadt Oberursel Interesse bekundet, die Fläche zu kaufen. Doch im Juni dieses Jahres hatte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) dann erklärt, dass die Stadt von ihrem Erstzugriffsrecht – das ist eine Art Vorkaufsrecht – keinen Gebrauch machen wolle. Angesichts „sehr eingeschränkter Nutzungsmöglichkeiten“ sei der seinerzeit von der Bundesanstalt geforderte Preis von 224 000 Euro „deutlich zu hoch“.

Landwirtschaft hat Vorrang

Klar ist: Die Möglichkeiten, die der Käufer hat, sind eingeschränkt: Der Flächennutzungsplan weist den Bereich als Vorranggebiet landwirtschaftliche Fläche mit regionalem Grünzug aus, einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt es nicht. Brum hatte auch gesagt, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass jemals eine Baugenehmigung für die Gebäude gegeben habe. Das war bei militärischen Anlagen in der Entstehungszeit des Senders wohl durchaus üblich. Sie seien aus heutiger Sicht illegal, der Bestandsschutz sei unklar. Noch hat der neue Eigentümer keinen Antrag für seine weiteren Vorhaben gestellt, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt werde ihn aber „wohlwollend begleiten“, sagt Horn.

Was bekannt ist: Die Gebäude sind mit Schadstoffen belastet; ein einst von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro hatte einige Maßnahmen empfohlen, darunter das Entfernen von bleibelasteten Farbanstrichen und Epoxidharzbeschichtungen.

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