21.04.2017 03:00 |

Integration ins Rollen bringen: 40 Räder für Flüchtlinge gesucht

Schloßborn Ankommen ist für viele Flüchtlinge die eine Sache, Vorankommen die andere. Und das nicht nur im übertragenen, sondern auch im ganz wörtlichen Sinne. Um ihnen das Vorwärtskommen in Schloßborn zu erleichtern, werden Fahrräder und Radständer für Asylbewerber gesucht.

Geht es nach Dagmar Rehme und Benno Hofmann (r.) vom Freundeskreis Integration, kommen die Flüchtlinge in Schloßborn dank gebrauchter Fahrräder bald besser voran.
Geht es nach Dagmar Rehme und Benno Hofmann (r.) vom Freundeskreis Integration, kommen die Flüchtlinge in Schloßborn dank gebrauchter Fahrräder bald besser voran.

52 Flüchtlinge wohnen derzeit in dem schmucken, gelben Haus im Buhles in Schloßborn. Sie kommen aus Eritrea, Jamaika, Afghanistan, Somalia, Syrien, Äthiopien und sogar – eine ganze Familie – aus Kuwait. Ein bunter Mix an Nationalitäten, der jeden Besucher geradezu überschwänglich begrüßt.

Kein Wunder: Besucher sind eher selten, und aus dem kleinen Gewerbegebiet von Schloßborn mal rauszukommen, ist eher schwer. Noch. Denn wenn es nach dem Freundeskreis Integration geht, der sich seit zwei Jahren mit viel Engagement um alle Flüchtlinge in Glashütten kümmert, soll sich der Bewegungsradius der vornehmlich jungen Leute möglichst rasch deutlich erweitern.

„Wir wollen, wenn es irgendwie möglich ist, den meisten Bewohnern, auch den vier Kindern und sechs Frauen, bald ein Fahrrad zur Verfügung stellen“, rühren Dagmar Rehme und Benno Hofmann vom Freundeskreis kräftig die Werbetrommel. Ohne Hilfe aus der Bevölkerung wird sich das sportliche Ziel schließlich nur schwerlich umsetzen lassen.

Die Vorbereitungen jedenfalls sind getroffen. „Wir haben von vornherein festgelegt, dass die Aktion mit Sinn und Verstand durchgeführt werden muss. Ziel könne es ja nicht sein, dass alle ihre Räder mit ins Haus nehmen. Also war die erste Aufgabe, Fahrradständer zu besorgen, die es ermöglichen, die Räder an beiden Reifen abzuschließen. Da sind die Gespräche mit dem Hausbesitzer erfolgreich gewesen. Die Ständer werden in den nächsten Tagen montiert“, kann Hofmann Vollzug zumindest im ersten Teil der Aktion vermelden. „Der nächste Teil wird Geld kosten, denn die Schlösser müssen wir Zug um Zug einkaufen. Hochgerechnet kommen da ganz schnell 1000 Euro zusammen. Aber ohne macht es keinen Sinn. Wir hatten mal drei Räder hier, die waren nach drei Tagen verschwunden“, erinnert sich Dagmar Rehme.

Gerne auch Spenden

Und dann folgt – möglichst bald – der größte Brocken: 40 Räder, die noch dazu verkehrssicher sein sollten, stehen schließlich nicht ungenutzt in Schloßborner Kellern oder Garagen herum. „Wir hoffen, dass sich auch die Menschen aus der direkten Nachbarschaft angesprochen fühlen.

Schließlich geht es darum, den Flüchtlingen ein wenig mehr Freiheit zu schenken“, hofft Benno Hofmann auf eine breite Unterstützung. Wer kein Fahrrad zu Hause habe, aber helfen wolle, könne gerne auch spenden. Mit dem Erlös könnten dann Räder auf einem Fahrradbasar gekauft werden.

Der Start für die Aktion ist im Übrigen schon gemacht: „Wir haben bereits zehn Räder im Bestand“, unterstreicht Dagmar Rehme, die ebenso wie Benno Hofmann und die meisten anderen aktiven Mitglieder des Freundeskreises hochgerechnet „mindestens einen Tag pro Woche für die Flüchtlingsarbeit ehrenamtlich aktiv ist.

 

Wer ein Fahrrad anbieten kann oder spenden möchte, wendet sich telefonisch an: Dagmar Rehme, (0 61 74) 61 93 06, Monika Rathing, (0 61 74) 6 33 36, oder Benno Hofmann (0 61 74) 6 20 62.

 

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