20.05.2017 03:30 | Anja Petter

Feuerwehr Neu-Anspach: Neuer Stadtbrandinspektor Thomas Schaub: Mit der nötigen Gelassenheit

Neu-Anspach Thomas Schaub ist am Donnerstagabend zum Stadtbrandinspektor gewählt worden. Der 51-Jährige hat schon ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie er dieses Amt ausführen möchte.

Thomas Schaub aus Hausen-Arnsbach ist mit 15 Jahren in die Feuerwehr eingetreten.  Jetzt wird er Stadtbrandinspektor.
Thomas Schaub aus Hausen-Arnsbach ist mit 15 Jahren in die Feuerwehr eingetreten. Jetzt wird er Stadtbrandinspektor. Bild: Frank Saltenberger

Als Jugendlicher auf dem Dorf gehört sich das einfach so: Da ist man in der Feuerwehr oder im Fußballverein. Thomas Schaub war in beidem: Er ist mit 15 Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten, denn die Familie hat direkt neben dem Gerätehaus in Hausen-Arnsbach gewohnt, und er hat Fußball gespielt. Noch heute trainiert er ab und zu bei den Alten Herren, und bei der Feuerwehr setzt er gerade seiner dort absolvierten „typischen Karriere“, wie er es nennt, die Krone auf: Er wird Stadtbrandinspektor und Nachfolger von Alfred Hübner.

„Typische Karriere“ heißt in seinem Fall: Jugendwart, Grundlehrgang, später Gerätewart und Gruppenführer. Ab 1999 war er ein Jahr Wehrführer in Hausen, dann fünf Jahre Stellvertreter von Alfred Hübner – damals noch Gemeinde- und nicht Stadtbrandinspektor, denn Neu-Anspach war seinerzeit noch keine Stadt. Als der IT-Fachmann, der Betriebsabläufe für Banken entwickelt, dann beruflich die Abteilung wechselte und für ein Jahr in Hamburg und dann für weitere sechs Monate in Nürnberg gearbeitet hat und nicht mehr ganz so viel Zeit für die Feuerwehr hatte, musste er „zurück ins Glied“.

Eine wichtige Aufgabe

Als einfacher Truppmann hat ihn nun die Anfrage, Nachfolger von Hübner zu werden, erreicht, und das war schon ziemlich überraschend. Aber es passt: Schaub, der alles absolviert hat, was an Ausbildung und Lehrgängen für den Job des Stadtbrandinspektors nötig ist, hat jetzt wieder mehr Zeit für die Feuerwehr und kann auch mal von zu Hause aus arbeiten. So hat er sich natürlich gefreut, denn: „Das ist eine wichtige Aufgabe.“

Der Hausener übernimmt gerne Verantwortung, und er mag es zu organisieren. Und das ist künftig eine seiner Hauptaufgaben als Stadtbrandinspektor. Er ist verantwortlich dafür, dass die drei Stadtteil-Feuerwehren gut aufgestellt sind, dass die Gerätehäuser und die Fahrzeuge in Schuss sind, und er muss, so seine Worte, „die Jungs bei Laune halten“ und für eine positive Stimmung sorgen. Das fällt ihm nicht schwer, denn er schätzt auch die Gemeinschaft bei der Wehr und ist gerne unter Menschen.

Bindung zur Basis

Der 51-Jährige will deshalb auch weiter die Bindung zur Basis pflegen und das eigentliche „Feuerwehr-Geschäft“ nicht aus den Augen verlieren. Auch die Jugendarbeit ist wichtig. „Sonst ist die Feuerwehrarbeit bald tot.“ Zudem will Schaub, der seit 30 Jahren auch als Rettungssanitäter für das DRK Hochtaunus tätig ist, dort weiterhin Schichten übernehmen. Der Vater von zwei Kindern – Sohn Christopher ist übrigens ebenfalls Feuerwehrmann – bezeichnet es als „positiv verrückt“, neben dem Beruf noch zig Stunden ehrenamtlich zu arbeiten.

Aber der Dienst bei den Brandbekämpfern ist für den gelassen und ausgeglichen wirkenden Schaub auch eine „sinnvolle Freizeitbeschäftigung“. Er mag es, beim Einsatz an seine Grenzen geführt zu werden. Ein Burnout, wie es viele seiner Berufskollegen bekommen, kann ihm nicht passieren, sagt er, und er erklärt das so: „In meinem Job geht es nur um Geld und um Zahlen. Im Einsatz und wenn ich Leben retten kann, gewinne ich wieder den nötigen Abstand.“

Wirklich Schlimmes habe er in den zurückliegenden Jahren nicht erlebt, aber man benötige schon die nötige Mentalität, um Menschen aus brennenden Häusern oder aus demolierten Autos zu retten, erzählt Schaub. „Manchmal muss man einfach akzeptieren, dass man nichts mehr tun kann“, sagt er, „denn der Tod ist für einen Feuerwehrmann allgegenwärtig.“ Ihm ist es aber wichtig, dass auch ein dramatischer Einsatz „positiv“ verläuft. Was heißt, dass alle über Fachwissen und Erfahrung verfügen, denn das bringt Sicherheit. Überforderung hingegen führt zu Stress und dann zu Fehlern. Außerdem gilt: „Kein Einsatz ist gleich, auf jede Situation muss man sich immer wieder neu einstellen.“

Thomas Schaub wird am 20. Juni in der Stadtverordnetenversammlung in sein Amt als Stadtbrandinspektor eingeführt. Die Sitzung beginnt um 20 Uhr im Bürgerhaus.

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