20.04.2017 03:30 |

TZ-Bus-Rundfahrt durchs Usinger Land: Letzte Etappe führt durch Schmitten: Eine Tor für Wanderfreunde

Usinger Land Mit einem RMV-Tagesticket in der Tasche hat TZ-Autor Matthias Pieren an einem Tag per Linienbus das Usinger Land erkundet. Usingen, Wehrheim, Grävenwiesbach und fast ganz Weilrod hat er bereits durchquert. Am Nachmittag steht nun die letzte Etappe unserer Tagestour in die Feldberggemeinde Schmitten auf dem Fahrplan. Es ist gleichzeitig auch der letzte Teil der ÖPNV-Serie.

Ländliches Idyll: Die Schafherde von der Schäferei Moos (Berghof in Brombach) weidet oberhalb von Hunoldstal. Bilder >
Ländliches Idyll: Die Schafherde von der Schäferei Moos (Berghof in Brombach) weidet oberhalb von Hunoldstal. Bild: Pieren

Total lecker war das Mittagessen im Restaurant Kastanie am Neu-Anspacher Bahnhof. Nach der Rückkehr von der zweiten Etappe meiner Sightseeing-Tour mit dem ÖPNV habe ich die fast einstündige Pause, bis zur Abfahrt des Busses in Richtung Schmitten mit einer wirklich guten Pizza wunderbar überbrückt.

Um 13.22 Uhr soll der Linienbus der Linie 82 aus Usingen eintreffen. Deshalb bezahle ich zehn Minuten vorher, verlasse das Restaurant und gehe hoch zum Bahnhof. Der pünktlich eintreffende Bus hat immer noch ein paar Schüler an Bord, die er an der CWS in Usingen eingeladen hat. Auf dem Weg nach Treisberg wird er an der Adolf-Reichwein-Schule nach Schulschluss zur sechsten Stunde weitere Schüler auf deren Heimweg an Bord nehmen.

Zu Schulbeginn und nach Schulschluss sind die Busse im Usinger Land immer richtig voll. Der 82er fährt die Schüler nach Brombach, Hunoldstal und Treisberg. Im alten Ortskern von Anspach steigt niemand mehr zu und auch unterwegs bleiben die Schüler – mit Ausnahme des TZ-Reporters – unter sich.

Viele Gasthöfe geschlossen

Pünktlich um 13.47 Uhr erreicht der Bus Treisberg, dem mit rund 170 Einwohnern kleinsten Schmittener Ortsteil. Das unterhalb des Pferdskopf gelegene Nest ist im vergangenen Jahr wie so viele andere Ortschaften im Usinger Land vom Hotel- und Gaststätten-Sterben stark gebeutelt worden.

Das jahrzehntelang wegen seiner unglaublich guten Kuchen so beliebte Café Sachs musste mangels Nachfolge schließen. Die Gaststätte Zum Aussichtsturm hat derzeit ebenfalls zu. Nach TZ-Anfrage teilte die Familie Reitz aber mit, dass man derzeit überlegt, ob und in welcher Form künftig wieder Gäste bewirtet werden können.

Dennoch bleibt Treisberg mit dem Café Marx und der Gaststätte Taunushöhe absoluter Spitzenreiter bei der Gaststätten-Dichte im Usinger Land. Eine Wanderung hinauf zum Aussichtsturm auf dem Pferdskopf kann also weiterhin mit einer Einkehr abgeschlossen werden.

Vorausschauend habe ich aber das Anruf-Sammeltaxi (AST) gebucht, das mich fünf Minuten später bereits wieder hinunter ins Weiltal chauffieren soll. Das so genannte AST entpuppt sich letztlich als der Linienbus, der mich einfach wieder die Serpentinen talabwärts mitnimmt.

An der Haltestelle Hunoldstal Weilbrücke habe ich erneut nur fünf Minuten Wartezeit. Um kurz nach 14 Uhr gabelt mich der aus Hasselbach kommende Bus der Linie 51 auf. Über Dorfweil, Schmitten, Niederreifenberg und Oberreifenberg geht es mit zuletzt zwölf andere Fahrgäste durch das Weiltal hinauf zum Sandplacken.

Mit Stiefeln und Karten

Während die anderen Businsassen direkt weiter zum Einkaufen nach Oberursel oder Bad Homburg fahren, steige ich um 14.25 Uhr am Sandplacken aus. Dort schnüre ich meine Wanderstiefel und zücke meine Wanderkarte. In der Hegewiese staune ich über die nie zuvor gesehenen stattlichen Anwesen im kleinen Schmittener Ortsteil.

Unterhalb des 640 Meter hohen Krimmelberg laufe ich durch das Tal des Lauterbachs dem Schmittener Ortsteil Arnoldshain entgegen. Eigentlich herrlich, wandernd die Schönheit des zaghaft durchbrechenden Frühlings zu entdecken – wenn die Stille nicht durch den auf der oben entlang führenden Kanonenstraße entstehenden Verkehrslärm zerschnitten würde.

Im Tal in Schmitten angekommen reicht mir die Zeit gerade noch, um beim Rewe-Markt eine kleine Stärkung einzukaufen. Leicht verspätet steige ich um 16.25 Uhr an der Haltestelle „Philosophenweg“ in den Bus der Linie 86. Der Fahrer bringt mich und drei andere Reisende die Kurven hinauf nach Seelenberg.

Mir bleibt eine halbe Stunde Zeit, um mich in dem nach Oberreifenberg zweithöchsten gelegenen Ort im Taunus umzuschauen. Wunderbar ist der ungewöhnliche, weil horizontale Ausblick hinüber zur Burg Reifenberg und den darüber thronenden Türmen des Feldbergs. Um 17.05 Uhr kommt schließlich der 60er Bus und bringt mich zum Ausgangspunkt zurück.

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