21.04.2017 03:30 | Tatjana Seibt

Experimente mit Farben: Im Atelier lassen die Kindergartenkinder ihrer Kreativität freien Lauf

Pfaffenwiesbach Ein Kindergarten ist längst nicht mehr nur ein Ort, an dem Kinder bleiben, während die Eltern arbeiten. Es ist eine Möglichkeit, Lebenserfahrungen zu sammeln. Und weil neue Impulse auch Kreativität fördern, waren die Kinder nun bei Künstlerin Britta Burmehl im Atelier.

Einfach mal ausprobieren: Im Atelier von Künstlerin Britta Burmehl durften die Jungen und Mädchen des Kindergartens St. Georg ihre Ideen umsetzen. Bilder >
Einfach mal ausprobieren: Im Atelier von Künstlerin Britta Burmehl durften die Jungen und Mädchen des Kindergartens St. Georg ihre Ideen umsetzen.

Was geschieht, wenn sich Blau und Gelb vermischen? „Am Anfang des Forschens steht häufig eine Frage“, weiß Daniela Hien, Erzieherin aus dem Kindergarten St. Georg in Pfaffenwiesbach. Forschen beginnt mit Fragen. Wie sich etwas verhält, was passiert wenn . . . und der Neugierde, es wissen zu wollen. Das ist bei Erwachsenen genauso, wie auch bei den Kindergartenkindern.

„Das Lernen geschieht vor allem durch Ausprobieren“, ergänzt Hien, die sich mit einer Gruppe auf den Weg ins Atelier von Britta Burmehl in der Alten Schule machte. Denn forschen und lernen können die Kinder nicht nur in den Räumen des Kindergartens, weiß die Erzieherin, sondern auch in ihrem Umfeld.

Bereits vor einigen Jahren hat sich der Kindergarten als „Haus der kleinen Forscher“ zertifizieren lassen und will dieses nun erneuern. Dazu sollten die Kinder ein Schwerpunktthema wählen, „bei uns waren das die Farben“, sagt Hien. Selbstverständlich können die Kinder im Kindergarten malen, „da greifen sie aber überwiegend zu Buntstiften.“ Dass es noch viel mehr Farben und vor allem Möglichkeiten wie Öl, Acryl oder Pastellkreiden gibt, erfuhren die Sprösslinge bei der Künstlerin im Atelier.

Neue Impulse

„Für die Entwicklung der Kinder ist es sehr wichtig, dass sie auch immer wieder neue Impulse bekommen“, schilderte Hien. Die Idee, dass sie eine Künstlerin besuchen könnten, stamme auch aus den Reihen der Kinder, von denen einige bereits bei Burmehl arbeiten. Sich kreativ zu entfalten, gehört schon seit langem zum pädagogischen Konzept des Kindergartens, ebenso sich neue Anregungen von außen zu holen. „Doch hier waren wir noch nie“, räumte die Erzieherin ein.

Einen Anstoß gab die Künstlerin nicht nur durch ihre Info darüber, was sie beruflich macht, sondern auch durch eine kleine Geschichte. Im Anschluss ging es ans Malen. Pastellkreide und Wasserfarben durften die Kinder benutzen, wahlweise mit Pinseln aber auch den Fingern.

Doch was ist das Neue am Malen? „Zuhause müssen die Kinder wegen dem Boden meistens schon etwas vorsichtiger sein. Da kommt es meistens nicht ganz so gut an, wenn sie mit den Fingern malen oder Wasser daneben kleckert“, wusste die Erzieherin. Das sei verständlich. Doch wer mit den Fingern male, entwickle ein anderes Gefühl für die Farben als jemand, der immer nur Buntstifte verwende.

Tolle Ergebnisse

Und was passiert, wenn man Farben miteinander mischt? Auch das durften die Kinder ausprobieren. Nicht nur Blau und Gelb. Schon bald mischten sie auch alle anderen Farben dazu. Mal hier ein Tröpfchen Wasser, mal da ein bisschen Farbe, um dann immer wieder neue und überraschende Ergebnisse zu erzielen.

Die Geschichte vom Froschkönig regte zudem zu neuen Ideen an und schon bald hatten alle zu ihren Farb-Experimenten auch ein paar Frösche gezaubert. „Manche waren zu Beginn noch sehr vorsichtig“, beobachteten Hien und Burmehl. Doch mit der Zeit seien sie immer mutiger geworden, etwas auszuprobieren. Und selbst Kunstmuffel wären dabei über sich hinaus gewachsen. „Hier kann man das machen und es gibt dazu kein richtig oder falsch“, sagte die Künstlerin. Es gebe nur die Erfahrung. Und die war für viele so schön, dass am Ende fest stand, dass die Kinder bestimmt nicht zum letzten Mal im Atelier waren.

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