21.04.2017 03:30 | Ursula Konder

Nur Usinger Bürger dürfen Ablademöglichkeiten nutzen: Grünecken wieder zugemüllt

Usingen Wenn im Frühjahr die ersten Rasenmäher knattern und Gartenbesitzer mit der Astschere hantieren, dann ist wieder Grünecken-Zeit. Dort darf der Bürger nämlich seine Gartenabfälle entsorgen. Doch nicht alles, was dort landet, darf dort auch abgeladen werden.

Auf den Grünecken landen immer wieder Abfälle, die nicht dorthin gehören. Wie zum Beispiel die Blockbohle im Vordergrund. Bilder >
Auf den Grünecken landen immer wieder Abfälle, die nicht dorthin gehören. Wie zum Beispiel die Blockbohle im Vordergrund.

Die ersten warmen Tage im Jahr haben viele Bürger schon genutzt, um im eigenen Garten Ordnung zu machen: Büsche werden zurückgeschnitten, Unkraut gejätet, Äste gekappt. Jede Menge wiederverwertbarer Gartenabfall muss entsorgt werden. Wer einen eigenen Kompost hat, muss nicht weit gehen, um seinen Grünschnitt loszuwerden. Wer Kompost-los ist, der muss seinen Grünmüll auf die Grünecken, die die Stadt kostenlos zur Verfügung stellt, bringen. Und jedes Jahr bietet sich das gleiche Bild, und es gibt den gleichen Ärger: Die Grünecken werden mit Dingen zugemüllt, die dort nicht hingehören. So dieser Tage auch wieder in Wernborn.

Ganz offensichtlich ist es so manchem Bürger egal, was die Müllverordnung vorschreibt. Immer wieder werden ganze Baumstämme oder Essensreste auf der Grünecke abgeladen. „Schlimm ist das, da wird immer wieder alles draufgeschmissen“, meinte gestern Morgen ein Alt-Wernborner, der seinen Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen will. Immer wieder sehe er auch Autos mit FB-Kennzeichen, die ihre Abfälle in Wernborn entsorgen würden. „Das geht gar nicht“, meint der Wernborner.

In der Tat gibt es genaue Spielregeln für die Entsorgung auf den Grünecken, auf die die Stadt Usingen auch immer wieder hinweist. Prinzipiell gilt: Voraussetzung für die unentgeltliche Nutzung der Grünecken ist, dass die Nutzer Usinger Bürger und an das städtische Abfallsammlungssystem angeschlossen sind. Ergo: Bürger aus dem benachbarten Landkreis Friedberg haben auf der Grünecke in Wernborn nichts zu suchen. Oder in diesem Fall abzuladen. Auch nicht, wenn sie im drei Kilometer entfernten Maibach wohnen.

Ebenso wichtig für die korrekte Nutzung ist, dass der Grünabfall lose innerhalb der bestehenden Absperrung eingefüllt und so tief wie möglich innerhalb der Grünecke abgeladen wird, teilt Vivian Vetter von der Verwaltung Usingen mit. Äste dürften zudem im Durchmesser nicht stärker als zehn Zentimeter und nicht länger als einen Meter sein.

Was nicht auf die Grünecke gehört: Abfälle wie Kartonagen gefüllt mit Gartenabfällen, Baumwurzeln, Restmüll, Plastiksäcke, Plastikeimer, Blumenübertöpfe, Glasabfälle, Elektrogeräte, Altöl oder Altreifen. Auch das Abladen von Essensresten sowie Einstreumaterial von Kleintieren ist nicht gestattet.

Und: Gewerbetreibende im Erwerbs- und Landschaftsgartenbau dürfen die Grünecken zur Entsorgung der Grünabfälle nicht nutzen. Jeder Verstoß ziehe eine Ordnungswidrigkeitsanzeige mit einer Geldbuße nach sich, teilt die Verwaltung mit und kündigt an, dass die Ordnungspolizei künftig verstärkte Kontrollen an den Grünecken durchführen wird.

Ziel sei es, auf Dauer die sechs Grünecken (Kernstadt, Eschbach, Wernborn, Kransberg, Merzhausen, Wilhelmsdorf) für die Usinger Bürger erhalten zu können. Dabei sollte jedoch jedem bewusst sein, dass Verstöße zusätzliche Kosten verursachen, die letztlich wieder mit den Abfallgebühren abzudecken sind. Jährlich investiert Usingen rund 3000 Euro für Abfuhr und Betreuung. Im Jahr 2014 waren es 19 741 Euro, da die Grünecken in Eschbach, Wernborn und Merzhausen saniert wurden.

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