21.04.2017 03:30 |

Anonym bleiben aus Angst um die Familie

Wahrscheinlich haben viele Türken im Usinger Land Angst vor Repressalien, wenn sie ihre Meinung über das Referendum sagen. Drei haben sich dann doch gegenüber der Taunus Zeitung geäußert.

Die junge Wehrheimerin möchte ihren Namen nicht nennen, weil für sie klar ist: „Ich bin gegen das Referendum.“ Ihr Name ist der Redaktion jedoch bekannt. „Meine ganze Verwandtschaft lebt in der Türkei, und ich habe Angst, dass denen etwas passiert.“ Sie hat zwar nicht abgestimmt, ist aber ganz eindeutig gegen die Einführung eines Präsidialsystems, das dem Präsidenten noch mehr Macht gibt. Sie kann nicht verstehen, dass so viele ihrer in Deutschland lebenden Landsleute dafür gestimmt haben. Sie weiß die Demokratie in Deutschland und in Europa, in der sie seit 22 Jahren lebt, zu schätzen. Ihr Mann ist sich sicher, dass der türkische Präsident auch in Deutschland Informanten hat, und es auch für hier lebende Landsleute gefährlich ist, etwas gegen ihn zu sagen. Umso mehr, wenn wie bei ihm die Familie noch in der Türkei lebt.

Für ihn gibt es deshalb nur eine Konsequenz: möglichst schnell die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Der Vorsteher einer Ahmadiyya-Gemeinde, der im Usinger Land arbeitet, spricht von Indoktrination schon der Kinder. Er ist überzeugt, dass viele Imame, die oft direkt aus der Türkei kommen, von der dortigen Regierung bezahlt werden, um die Türken in Deutschland auf ihre Linie zu bringen. Das Schlimme für ihn: „Obwohl wir Moslems sind, sind wir in deren Augen ebenso wie die Christen Ungläubige.“ Das gelte auch für die Aleviten. Für ihn gibt es nach dem Referendum nur eine Möglichkeit: sich gegen das Regime zu positionieren.  mai

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