07.03.2012 02:50 | Katja Schuricht

Junge Politikerinnen spenden Sitzungsgelder für die Tafel

Die Grünen-Stadtverordneten Malvina Schunk und Tanja Martinek tun gerne Gutes: Jetzt haben die beiden ihre Sitzungsgelder der Friedrichsdorfer Tafel gespendet.

Malvina Schunk (links) und Tanja Martinek haben ihre Sitzungsgelder gespendet. Darüber freuen sich Dr. Felix Blaser von der Diakonie und Hans-Jürgen Gratz von der Friedrichsdorfer Tafel.	Foto: ksp
Malvina Schunk (links) und Tanja Martinek haben ihre Sitzungsgelder gespendet. Darüber freuen sich Dr. Felix Blaser von der Diakonie und Hans-Jürgen Gratz von der Friedrichsdorfer Tafel. Foto: ksp

"Wer sich ehrenamtlich engagiert, macht das unentgeltlich, das gehört sich so", findet Tanja Martinek. Deshalb hat sich die Friedrichsdorferin, die seit gut einem Jahr für die Grünen im Stadtparlament sitzt, mit Malvina Schunk, die sich ebenfalls für die Grünen in der Lokalpolitik engagiert, entschieden, ihre Sitzungsgelder zu spenden. "Wir wollen auf alle Fälle, dass unsere Spende einer Friedrichsdorfer Einrichtung zugute kommt", betont Malvina Schunk.

Ihre Spende in Höhe von 1000 Euro haben die beide jetzt für die Friedrichsdorfer Tafel überreicht. "Im kommenden Jahr wollen wir unsere Aufwandsentschädigung einer andern Friedrichsdorfer Einrichtung spenden", fügt Schunk hinzu, die ebenfalls Stadtverordnete ist. Die 24-Jährige, die in Darmstadt Sozialarbeit studiert, hat zudem vor acht Jahren in Friedrichsdorf die Heliand-Pfadfinder gegründet und trainiert das Männerballett der katholischen St. Bonifatiusgemeinde. Parallel zum Studium arbeitet sie auf einer halben Stelle in einem Darmstädter Männerwohnheim. "Deshalb brauche ich das Sitzungsgeld nicht unbedingt und gebe es gerne für eine gute Sache her."

Nachahmer gesucht

Auch Tanja Martinek ist es ein Bedürfnis, mit der Spende ihrer Aufwandsentschädigung ein Zeichen zu setzen, "Ich war ehrlich gesagt überrascht, das wir überhaupt Geld für unser ehrenamtliches Engagement bekommen", verrät Martinek, die im Bereich Pflege in der Klinik Hohe Mark in Oberursel arbeitet. Die Kommunalpolitik ist nur eine ihrer ehrenamtlichen Arbeit: Seit vielen Jahren ist die 37-Jährige im Deutschen Roten Kreuz aktiv. "Ich bin im Team der Bereitschaftsleitung des Bad Homburger Ortsvereins dabei", informiert Martinek. Die Sitzungsgelder erhalten Kommunalpolitiker als Aufwandsentschädigung für ihre Präsenz im Ortsbeirat, bei den Ausschusssitzungen, den Fraktionssitzungen und der Stadtverordnetensitzung. "Es wäre schön, wenn unsere Aktion einen Nachahmereffekt hätte", wünscht sich Martinek. "Denn im Stadtparlament sitzen viele Politiker, die gut verdienen. Da könnte man das Sitzungsgeld in Form einer Spende an die Gesellschaft zurückgeben."

"Wir sind glücklich, dass wir aus Friedrichsdorf eine so hohe Spende bekommen", sagt Hans-Jürgen Gratz vom Verein "Wir Friedrichsdorfer". Er war es, der die Initiative ergriffen hat, auch in Friedrichsdorf eine Filiale der Bad Homburger Tafel – Tafel im Hochtaunuskreis einzurichten.

Seit Juli geöffnet

Träger der Ausgabestelle, die im vergangenen Juli in der Ringstraße 12 eröffnet worden ist, ist das Diakonische Werk Hochtaunus. "Die Spende fließt auf unser Konto, mit dem wir die Ausgaben für all unsere Tafeln decken", erläutert Dr. Felix Blaser, der als Referent für gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Hochtaunus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau für das Diakonie-Projekt "Tafel" zuständig ist. Rund 80 000 Euro Kosten fallen pro Jahr an. "Das sind vor die Mieten für die Räume der Ausgabestellen und Benzinkosten für unsere Fahrzeuge, mit denen wir mehrmals pro Woche 38 Supermärkte im Kreis anfahren."

Die Tafeln im Hochtaunuskreis mit den Ausgabestellen Bad Homburg, Neu-Anspach, Königstein, Oberursel und Friedrichsdorf versorgen Menschen, die nur ein geringes Einkommen haben, mit Lebensmitteln. "Wir in Friedrichsdorfer versorgen 51 Familien. Damit stoßen wir an die Grenzen unserer Kapazität", so Gratz, der auch vermelden kann, dass die Friedrichsdorfer Tafel mit ehrenamtlichen Helfern gut aufgestellt ist.

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