20.05.2017 03:30 | sid,red

Frankfurter Rennbahn: Gnadenfrist für Frankfurt: DFB hält an Standort fest - vorerst

Frankfurt Der DFB hält trotz des belastenden Rechtsstreits vorerst an der Frankfurter Rennbahn als Standort für seine neue Akademie fest. Allerdings schaut sich der Weltmeister-Verband nach Alternativen um.

Die Anlage der ehemaligen Galopprennbahn in Niederrad verfällt nach und nach. Das letzte Rennen fand 2015 statt.
Die Anlage der ehemaligen Galopprennbahn in Niederrad verfällt nach und nach. Das letzte Rennen fand 2015 statt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gewährt Frankfurt beim Bau der neuen Akademie eine Gnadenfrist. Trotz der unsicheren Rechtslage bleibt die Galopprennbahn in Niederrad der „präferierte Standort“ für das rund 140 Millionen Euro teure Projekt – allerdings sucht der Weltmeister-Verband vorsorglich nach Alternativen.

„Wir haben nach wie vor das Ziel, dieses Projekt auf dem uns vertraglich zustehenden Gelände der Galopprennbahn zu realisieren“, sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius am Freitag: „Wir freuen uns, dass die Stadt noch einmal über Parteigrenzen hinaus deutlich gemacht hat, dass sie hinter diesem Vorhaben steht. Unsere Hoffnung ist, dass zeitnah Rechtssicherheit vorliegt, wir dann einen außerordentlichen Bundestag einberufen und das Zukunftsprojekt in Frankfurt umsetzen können.“

Verhandlung am 1. Juni

Wann das soweit sein wird, ist aber völlig offen. Der immer noch auf dem Areal ansässige Renn-Klub weigert sich nämlich beharrlich, dem DFB Platz zu machen. Die Räumungsklage liegt inzwischen beim Oberlandesgericht (OLG), die nächste Verhandlung dort findet am 1. Juni statt. Vor Gericht geht es im Grundsatz um die von der Stadt ausgesprochene Kündigung des Mietvertrages (über den Umweg einer zwischengeschalteten GmbH) mit dem Renn-Klub. Die Pferdefreunde pochen darauf, dass die Auslegung der Kündigungsklausel falsch und rechtswidrig sei. Das OLG prüft deshalb die „Sittenwidrigkeit“ des Vorgangs.


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Die Fronten sind derart verhärtet, dass auch nach einem Urteil am 1. Juni eine Fortsetzung vor dem Bundesgerichtshof wahrscheinlich ist. Deshalb entschied das DFB-Präsidium am Freitag, den geplanten Bundestag zur Absegnung der gestiegenen Kosten vorerst nicht einzuberufen. „Auch wenn die Priorität weiter auf den bisherigen Planungen liegt“, werde zudem „parallel in einer internen Vorprüfung sondiert, ob es alternative Standorte im Rhein-Main-Gebiet geben könnte“, teilte der DFB mit.

Interessenten scheint es schon im Dutzend zu geben. Mit dem Weltmeister würden sich ganz offensichtlich viele Städte und Gemeinden in der Region gerne schmücken. Zuletzt war von möglichen Standorten unter anderem in Bad Vilbel, Seligenstadt und Friedberg berichtet worden.

Erleichterung

Für die Stadt Frankfurt, die das Gelände eigentlich schon zum 1. Januar 2016 hätte übergeben sollen, wäre der Verlust der Akademie ein herber und nicht zuletzt peinlicher Schlag. Die Erleichterung dürfte am Freitag deshalb groß gewesen sein – schließlich hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel ursprünglich gefordert, dass bis zur Präsidiumssitzung Rechtssicherheit bestehen müsse.


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Allerdings wäre auch für den DFB der Neustart des Projektes mit vielen Fragezeichen verbunden. Der Architekten-Entwurf ist auf die Rennbahn zugeschnitten, sämtliche Planungen müssten über den Haufen geworfen werden. Stadt und Verband hoffen nun auf eine schnelle Einigung vor Gericht, wo sich zuletzt zumindest ein Etappensieg abgezeichnet hatte.

Derweil fordert die Fraktion der Linken im Römer, die „unendliche Geschichte sinnvoll zu beenden“. Die Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli fragt, ob „es wirklich so dramatisch wäre, wenn die DFB-Akademie nicht nach Frankfurt, sondern in die Nachbarschaft käme?“ Für den Sport selbst mache das nicht viel Unterschied. Gleichzeitig würde die Stadt dem Umland signalisieren, dass Frankfurt nicht alles an sich ziehen wolle. „Auf dem Grundstück der Rennbahn kann dann etwas Sinnvolles für die gesamte Öffentlichkeit entstehen.“ Pauli bezweifelt allerdings, dass diese Alternative überhaupt in Betracht gezogen werde. (sid,red)

Kommentare
  • Der DFB will in Frankfurt bleiben
    geschrieben von Seckberry (517 Beiträge) am 20.05.2017 11:29

    Der Fußballbund hält an Frankfurt als Standort fest, weil das Präsidium des DFB für seine Akademie in Frankfurt die "Staatssicherheit" garantiert sieht, wohl nicht zuletzt dank Paulis "Stasipartei".

    "Der DFB hat", laut seines Generalsekretärs, "die feste Absicht, sein neues sportliches Zentrum Frankfurt-patriotisch auf dem vertraglich zuständigen Gelände zu realisieren, selbstredend am liebsten "im Galopp", falls es zeitnah Rechtssicherheit gibt".

    Aber die DFB-Präsidiumsmitglieder sind derart sportlich flexibel, dass ihnen zwar keine Alternative für Deutschland, dafür aber alternative Standorte im Rhein-Main-Gebiet in den akademischen Sinn kommen, z.B. die Mineralquellenstadt Bad Vilbel oder Friedberg, die Stadt in der Elvis Presley militärdienstlich stationiert war.

    Für Frankfurt bedeutete ein Alternativstandort einen Millionenverlust an Gewerbesteuer und schadete dem Image Frankfurts als Sportstadt, aber sportlich fair kommt der Frankfurter Rennclub halt nicht dahergaloppiert.

  • Kein Kommentar von einer Stasipartei
    geschrieben von Lothar1955 (26 Beiträge) am 20.05.2017 08:29

    Diese Pauli und die Stasipartei sollen lieber ihre Vergangenheit aufarbeiten als sich in Frankfurter Themen zu äußern. Ich kann schon den Kommentar von der Kommunistischen Wissler nicht hören. Klar der PVPV ist auch so einer den man nicht erst nehmen soll. Jedenfalls gehört der DFB zu Frankfurt und so soll es auch bleiben.

  • @Lothar
    geschrieben von PVPV (260 Beiträge) am 20.05.2017 09:09

    möchten Sie endlos wachsen oder das etwas an Ihnen endlos wächst?

    Es kann dazu führen, dass Sie nicht mehr schreiben können.

  • Frau Pauli
    geschrieben von PVPV (260 Beiträge) am 20.05.2017 07:49

    hat recht, Frankfurt muss nicht alles anziehen und sich dann beklagen, warum es ständig wächst, woraus Folgeprobleme entstehen.



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